Zustellungsurkunde und Einwurf-Einschreiben

Das schöne an meinem Beruf ist, dass ich immer neues lerne. Heute habe ich die zwei Begriffe Zustellungsurkunde und Einwurf-Einschreiben gelernt.

Es gibt Situationen, wo man als Lehrer muss nachweisen können, dass man einem Student eine Mitteilung geschickt hat – etwa eine Einladung zu einer Prüfung. Die Juristen unserer Rechtsabteilung meinten, das soll über eine Zustellungsurkunde gesehen. Tatsächlich wissen die Mitarbeiter der Post, was das ist. Allerdings dürfen nur Behörden so etwas von Postler verlangen.

Dafür gibt es für Normalsterbliche, als solche die keine Behörde repräsentierten, das Einwurf-Einschreiben. Es handelt sich um ein Einschreiben, dessen Zustellung die Post auf einer Web-Seite und/oder durch eine E-Mail bestätigt.

Ob der Empfänger die Mitteilung liest, ist eine andere Frage. In dem Fall handelt es sich um einen Student, der als Wohnsitz bei der Universität eine Anschrift in eine Stadt angegeben hat, die mehrere Hundert Kilometer von unserer Universität entfernt ist. Da dies die einzige Anschrift, die der Student der Universität mitgeteilt hat, müssen Mitteilungen an diese Anschrift geschickt werden. Vielleicht gibt es da einen Büroleiter, der die Post des Studenten bearbeitet.

FB

6 Responses to “Zustellungsurkunde und Einwurf-Einschreiben”

  1. Andreas sagt:

    Müssen Sie solche Sachen wirklich selbst erledigen – gibt es da kein Sekretariat für?

  2. FB sagt:

    @Andreas: Zum Glück musste ich das nicht selbst erledigen. In der Informatik gibt es noch Sekretariate, die allerdings manchmal für mehrere Monate unbesetzt bleiben, um Kosten zu sparen. Allerdings musste die Vorgehensweise auch mit mir besprochen werden.

  3. NR sagt:

    Aber ein Einwurf-Einschreiben und eine Zustellungsurkunde sind total verschiedene Sachen. Mit dem Einwurf-Einschreiben läßt sich höchstens beweisen, daß ein Schreiben dem Empfänger zugestellt wurde. Mit einer Zustellungsurkunde (für die das Schreiben über einen Gerichtsvollzieher zugestellt werden muß, was auch für „normale Menschen“ eine einfach beziehbare Dienstleistung ist; der Gerichtsvollzieher ist hier dann die Behörde) läßt sich auch ein Beweis über den Inhalt des Schreibens führen.

    Wenn die Post ein Einwurf-Einschreiben empfohlen hat, hat sie falsch beraten, fürchte ich. Wenn die Rechtsabteilung eine Zustellungsurkeunde will, will sie vermutlich kein Einwurf-Einschreiben.

  4. FB sagt:

    @NR: Mir wurde die Zustellungsurkunde empfohlen, die ich aber deswegen nicht möglich ist, weil mein Lehrstuhl dazu nicht berechtigt ist. Wir haben das Problem so gelöst: Ein Zeuge hat den Inhalt des Briefes überprüft sowie das, der Brief mit diesem Inhalt als Einwurf-Einschreiben verschickt wurde. Hätten wir etwas Besseres machen können?

  5. NR sagt:

    Sie hätten einen Gerichtsvollzieher mit der Zustellung beauftragen können. Das kann jeder, dazu muß man keine (spezielle) Behörde sein. Der Gerichtsvollzieher wäre dann zur Post gegangen und hätte es mit einer Zustellungsurkunde zustellen lassen. Der Gerichtsvollzieher ist eine Behörde, die das machen kann.

    Das ist natürlich teurer, aber im Prinzip juristisch „besser“.

    Wobei mich wundert, daß die Rechtsabteilung Vorschläge macht, die zu ihrer Umsetzung Kenntnisse erfordern, deren Vorhandensein ein Fragen der Rechtsabteilung unnötig macht.

  6. FB sagt:

    @NR: Herzlichen Dank für den Tipp, den ich mir merke.

    Wobei mich wundert, daß die Rechtsabteilung Vorschläge macht, die zu ihrer Umsetzung Kenntnisse erfordern, deren Vorhandensein ein Fragen der Rechtsabteilung unnötig macht.“ Sie sprechen mir aus dem Herzen. Ihre Einschätzung dürfte bei uns die Runde machen!

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