Klausurbewertung

Eine Informatikklausur besteht oft aus circa zehn Aufgaben, die je circa 10 Punkte bringen können. Bestehen wird mit circa 50 Punkte. Dieses Bewertungsmodell ist nicht so vernünftig, wie es aus dem ersten Blick erscheint.

Mit diesem Modell ist es angebracht,dass eine gut gelöste Aufgabe mindestens fünf Punkte einbringt, und eine nicht ausreichend verstandene Aufgabe nicht mehr als vier Punkte einbringt.

Eine Informatikklausur behandelt in der Regel die vier bis sechs verschiedenen Bereiche der Lehrveranstaltung, womit sie geprüft wird. Eine bis zwei Klausuraufgaben behandeln also einen Bereich der  Lehrveranstaltung.

Mit dem oben genannten Bewertungsmodell kann mit insgesamt 50 Punkten bestehen werden, wenn nur ein Bereich der Vorlesung gut verstanden wurde: Mit dem Maximalpunktzahl von zehn Punkten für jede von zwei Aufgaben, mit vier Punkte für weitere sechs nicht ganz verstandenen Aufgaben und mit drei Punkten für die letzten zwei Aufgaben. Die Klausur kann also auch dann bestanden werden, wenn nur ein aus den vier bis sechs Bereichen der Lehrveranstaltung verstanden wurde und Erinnerungen aus den weiteren Bereichen ausreichen, um verstreut ais diesen weitere Bereichen Punkte erworben werden. Solche bedenklichen Bewertungen kommen übrigens nicht selten vor.

Ein solches Bewertungsmodell mag noch annehmbar sein, wenn die Klausur dazu dient, Lernfortschritte festzustellen. Es ist aber nicht annehmbar, wenn die Klausurnote in die Abschlussnote einfließt. In solchen Fällen ist eine „gröber körnige“ Klausurbewertung nötig, die den oben geschilderten Effekt nicht zulässt.

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25 Responses to “Klausurbewertung”

  1. Franz G sagt:

    Aber was ist das Problem daran? Klausuren werden in der Regel nicht mit bestanden/nicht bestanden, sondern mit einer elfstufigen Notenskale (1.0 bis 4.0 + nicht bestanden) bewertet. Wenn jemand also in der beschriebenen Art und Weise besteht, bekommt sie/er eine schlechte Note, die genau das abbildet: Der Stoff bzw. die Kompetenzen wurden teilweise aber nicht vollständig sondern „ausreichend“ erlernt. Und das fließt auch in die Endnote ein.

    Module, die mit bestanden/nicht bestanden bewertet werden, können im Übrigen gar nicht in die Endnote einfließen.

    Ich bin kein Verfechter von Noten, aber das geschilderte Problem kann ich nicht nachvollziehen.

  2. Student aus dem Herbrand-Universum sagt:

    Guten Tag,

    für mich ist es unverständlich, wieso Klausurergebnisse derart lange zurückgehalten werden, nachdem die Korrektur schon abgeschlossen ist. Es ist sowohl für die Studenten, die in die mündliche Prüfung geladen worden sind, psychische Qual, nicht zu wissen, wie sie stehen, als auch für die Studenten, die nicht einmal erfahren ob sie nun durchgefallen sind oder nicht. Man kann als Prüfling nicht immer entscheiden, ob man eine zwei oder eine fünf hat, v.a., wenn der Bewertungsschlüssel so unklar ist wie bei Ihrer Klausur. (Es wurde ja nicht einmal gesagt, wieviele Punkte eine Aufgabe wert ist)

    Zu Ihrem Blogeintrag: Klausuren können eben keine objektive Bewertung abgeben, ob ein Student mit jedem Themenbereich vertraut ist, da die Themenauswahl notwendigerweise punktuell ist. Das Klausurergebnis als Mittelwert erlaubt mE normalerweise einen guten Rückschluss darauf, ob man genug kann. Fehler und Ausreißer gibt es immer.

    Man sollte Leuten zumindest sagen, woran sie sind, wenn sie sich für eine mündliche Prüfung vorbereiten. Man sollte den Leuten auch ihre Noten mitteilen, wenn diese schon existieren. Das gebietet der Respekt vor den Studenten.

    Mit freundlichen Grüßen,
    einer Ihrer Studenten

  3. FB sagt:

    @Franz G: Das Problem ist, ab wann ein Stoff ausreichend beherrscht wird. Sicherlich nicht, wenn aus fünf Gebiete einer Vorlesung nur zwei gut verstanden wurden, die weiteren kaum. Die Benotung muss, wie Sie zu Recht schreiben, ein „ausreichend“ sein, wenn das festgestellt Niveau ausreichend ist. Vielleicht sehe Sie nun besser, was ich gemeint habe?

  4. FB sagt:

    @Student aus dem Herbrand-Universum: Wenn Sie erlebt haben, dass Klausurergebnisse lange zurückgehalten werden, dann tut es mir Leid.

    Meine Arbeitsgruppe bemüht sich sehr, eben das zu vermeiden. Bevor Noten vergeben werden, müssen sie oft überprüft und eventuell angegliechen werden. Noten innerhalb von weniger als eine Woche zu erfahren, erscheint mir – bei allen denkbaren Standards – gar nicht lang.

    Über die Objektivität von Prüfungen, habe ich in meinem Artikel kein Wort geschrieben. Es ging lediglich um die Benotung davon, was aus einer Prüfung festgestellt werden kann .

    Ob ein Mittelwert sinnvoll ist, hängt davon ab, wie bewertet wird. Dies war eine der Botschaften, die ich in meinem Artikel vermitteln wollte.

    Die Spielregel bei den mündlichen Prüfungen sind völlig bekannt: Ein Teil des Stoffes, welcher aus der Ausarbeitung der Klausur vielleicht besser verstanden wurde als die Klausurausarbeitung zeigt, soll nachgefragt werden. Wenn dies keine anständige Behandlung der Prüflinge ist, dann bin ich am Ende meines Lateins.

  5. Student aus dem Herbrand-Universum sagt:

    In der Liste steht aber „bewertet“. Was bedeutet das nun?
    Wieso schreibt man nicht zumindest, wer bestanden hat und wer nicht?
    Oder ergeben sich da noch Änderungen?

  6. FB sagt:

    @Student aus dem Herbrand-Universum: Offensichtlich besteht Klärungsbedarf. Eine Klausur wird in mehreren Schritten korrigiert. Ein dieser Schritte ist die Bewertung der Ausarbeitungen, die feststellt, was richtig, was falsch und was unklar ist. Ein weiterer Schritte ist die Festlegung von Noten aus den Bewertungen. Es gibt im Voraus ein Schema dafür, das aber an Hand der Bewertungen eventuell angepasst werden muss. Haben zum Beispiel von 100 Studenten mehr als 95 alle eine Aufgabe nicht ganz so verstanden, wie gemeint war, sondern ein bisschen anders und für dieses BVerständnis der Aufgabe ganz gute Lösungen geliefert, so kann es sehr wohl angebracht sein, die ursprünglich überlegte Benotung anzupassen: Es wäre ja sehr unwahrscheinlich, dass der Verständnisfehler nur auf die Unaufmerksamkeit oder auf eine angeblichen Dummheit der Studenten zurückzuführen.

    Wir haben gestern bis spät in der Nacht bewertet. Morgen werden wir ein paar Studenten mündlich prüfen, damit unklare Klausurausarbeitungen nicht unbedingt zu schlechtere Noten führen. Und dann werden wir benoten und die Noten veröffentlichen.

    Und wenn, wie wir vorhaben, die Noten in Lauf der Woche veröffentlicht werden, dann werde ich meinen, dass wir ganz schnell gearbeitet haben. Und ich werde bei dieser Meinung auch dann bleiben, wenn Sie es anders sehen – was Sie übrigens sehr wohl dürfen. 😉

  7. Florian S. sagt:

    Ich habe noch einen alternativen Vorschlag um dem im ursprünglichen Blogeintrag genannten Problem Herr zu werden:
    mehrere Klausuren.

    In Physik gibt es das ein einigen Vorlesungen, und auch von Informatik an der TU hab ich es schon gehört. Sie nennen es dort Mid-Term-Klausur. Soll heißen, es gibt neben der Semster-Endklausur noch mitten im Semester eine Weitere. Was kann das bringen?
    Nun, zum einen bringt es den Studenten meiner Ansicht nach ein stressfreieres Leben, denn auf die einzelne Klausur (die dann meist auch etwas kürzer ist) ist dann weniger Stoff zu lernen*, zum anderen könnte man dadurch deutlich differenzierter Bewerten (z.B. „beide Klausuren müssen bestanden werden“).
    Im Fall von Logik und diskrete Strukturen könnte man so z.B. zur Semestermitte eine reine diskrete Strukturen Klausur abhalten, zu Semesterende eine Logikklausur. Damit wäre zumindest schonmal sichergestellt, dass aus beiden Bereichen ein gewisses Wissen vorhanden ist.

    *Auch wenn man nun argumentieren kann, dass man den Stoff während des Semesters lernen sollte und ihn dann ja zur Klausur nur noch wiederholen muss: Mir geht es so, dass ich am Ende des Semesters die allermeisten Dinge vom Anfang des Semesters schlicht und einfach vergessen habe….

  8. FB sagt:

    @Florian S.: „Mir geht es so, dass ich am Ende des Semesters die allermeisten Dinge vom Anfang des Semesters schlicht und einfach vergessen habe….“ Damit liefern Sie, meine ich, ein starkes Argument gegen Ihren Vorschlag. Es geht im Studium eben nicht darum Punkte – wie in einem Lebensmittelladen oder mit einem Vielflieger-Programm – zu sammeln, sondern um den dauerhaften Erwerb von Kenntnissen und Methoden. Wäre es nicht so, könnte man die ECTS auf Kredit erwerben, oder? Ich kann mir gut Default Credit Swaps auf der Basis von ECTS vorstellen…

  9. KT sagt:

    Sie sagen, es geht darum, sich Wissen dauerhaft anzueignen.

    Ich denke, dass der Bachelor eher als ein Nachweis zu verstehen ist, der einem bescheinigt, dass man in der Lage ist, grundlegende Konzepte der Informatik zu verstehen und dass man gelernt hat, wo und wie man sich bestimmtes wissen bei bedarf aneignen kann.

    Denn im Berufsalltag (besonders auch der Programmieralltag) kommt es ja darauf an schnell gute Ergebnisse zu liefern, nicht, ob man alles Wissen im Kopf hatte.
    Der Anwalt sucht sich die Paragraphen raus, der Arzt zieht einschlägige Literatur zu rate, und als Informatiker spickt man halt je nach Aufgabe in ner man-page oder der java-api-doc oder sonst einer Quelle.

    Nicht jeder im Hörsaal wird in seinem Leben das Rad neu erfinden müssen…

    Zu welcher Prüfungsform diese Ansicht führen muss kann ich jetzt nicht schließen, aber ich wollte nur was zum Thema „Dauerhaftes Wissen“ sagen.

  10. FB sagt:

    @KT: Ich sehe keinen Widerspruch zwischen den Zielen, die Sie nennen. Oder verpasse ich vielleicht etwas?

  11. KT sagt:

    es ist nicht direkt ein Widerspruch, sondern eine Einschränkung; denn zum dauerhaften Erwerb von Kenntnissen gehört u.A. Wiederholung, während es für eine Momentaufnahme ausreichen kann, 1-2 Tage zu lernen…

  12. FB sagt:

    @KT: Einverstanden!

  13. dongo sagt:

    Mal was anderes: Shriftliche prüfungen fallen traditionell schlechter aus als mündliche. Ein Bekannter von mir (ein emeritierter Professor für experimentelle Chemie an der LMU) erklärte mir das so: „Schriftliche Prüfungen an den dt. Universitäten sind noch ein Relikt aus der Zeit des Diploms; sie mussten für die Zulassung zur mündlichen Diplom-Vor/Haupt-Prüfung lediglich BESTANDEN werden, die Note wurde dann mittels der mündlichen Prüfung ermittelt. “ Mir stellt sich halt jetzt die Frage, warum man Klausuren nicht einfach mehr an den BSc anpassen kann? In der Schule hat man auch Notengebung über Klausuren (aber bei weitem nicht so viele Durchfaller). In den USA (dem Vorbildland für den dt. Bachelor) funktioniert das ja auch!!!
    Anderes Beispiel: TU Berlin: An der TUB wird die Note nach wie vor über mündliche Prüfungen gebildet. Ich kann ja nur von Mathe/Physik sprechen – von Info habe ich außer den Grundlagen von Visual C# keine Ahnung (mich ärgert schon das eifrige Pipen meines Druckers *grrr*). Ich poste einfach mal den Link, dann können sich das alle durchlesen. Ich hoffe, Herr Prof. Bry, dass Sie meinen Kommentar bachten und ihn reflektieren – ggf. könnten Sie ja mal Verbesserungsvorschläge in Zusammenarbeit mit anderen Fakultäten erarbeiten. Ich stelle mich gerne Diskussionspartner zur verfügung 😉

    LINKS:
    Std.-Ordnung Physik:
    http://www.physik.tu-berlin.de/einrichtungen/StudFach/2008/bachelor/Studienordnung-BSc.pdf
    Prf.-Odnung Physik:
    http://www.physik.tu-berlin.de/einrichtungen/StudFach/2008/bachelor/Pruefungsordnung-BSc.pdf
    Module* Physik:
    http://www.physik.tu-berlin.de/einrichtungen/StudFach/Bachelor/Studium/Module%20BSc.pdf

    *: Ich mag die Bezeichnung Module nicht. Das klingt nach Star Trek.

  14. FB sagt:

    @dongo: Physiker sind hier – und wo anders auch 🙂 – sehr willkommen. Für die Beiträge, die zum Nachdenken anregen, vielen Dank! Sehr interessant finde ich die Idee, den Studenten die Wahl der Prüfungsform zu lassen. Warum eigentlich nicht?

  15. dongo sagt:

    Als angehender Physiker muss ich mir natürlich auch darüber Gedanken machen…

    Gründe dagegen:
    *Verwaltungstechnischer Aufwand: Eine Zusammenstellung von Blättern zur Feststellung der Prüfungsform ist nötig. Die Evaluation der Blätter ist nötig. Sie sind Informatiker, dafür kann man sicher ein programm schreiben…
    *Rechtlich: Fehlt: rechtliche grundlage (kann aber geschaffen werden) + Verbindlichkeit der Entscheidung des Studenten.
    *Dozenten: Ich weiß ja nicht, wie anstrengend der Dozentenalltag ist, aber mündliche prüfungen sind für den Dozenten sehr anstrengend…
    *Vergleichbarkeit der Pürfungen. Der wohl wichtigste Punkt. Wie kann man Klausuren, und, mdl. Prüfungen vergleichen? Eine Möglichkeit wäre, die Klausuranforderungen zu senken (wie gesagt: mdl. Prüfungen sind leichter als schriftliche). Dagegen wird aber vermutl. Sturm gelaufen werden, wg. der „Wissenschaftlichkeit des Studiums“ <— Zitat Fr. Schavan.

  16. FB sagt:

    @dongo: Schriftliche Prüfungen sind in dem Sinne viel effizienter als mündliche Prüfungen, dass sie beri großen Studentenzahlen deutlich weniger Zeit kosten. Das sagt natürlich nichts über ihre Effizienz im Allgemeinen.

    Ob mündliche Prüfungen notwendigerweise leichter sind als mündliche, darf, meine ich, hinterfragt werden. Es gibt natürlich auch den berühmten Prüfertyp, den man als Prüfling relativ leicht auf sein Lieblingsthema bringen kann und der dann an Stelle des Prüflings darüber redet und anschließend dafür eine gute Note vergibt.

  17. dongo sagt:

    Ich denke, dass es sehr auf den Studenten ankommt. Eine Freundin on mir ist Autistin und kann mit mündlichen prüfungen nichts anfangen.

    ich habe wonaders kommentiert, dass ich persönlich an Prüfungsangst vor schriftlichen prüfungen leide – für mich stellen Klausuren (auch in der Schule) eine Qual dar, die sich in diversen symptomen, auf die hier nicht näher eingegangen werden soll, äußern. Vor mündlichen prüfungen habe ich aber keine Angst. Keine Ahnung warum. Soweit ich weiß, gibt es aber keine regelung, die mir erlaubt, schriftliche Prüfungen durch mündliche zu ersetzen… Leider!

    Ich kenne für mich leider keine Lösungsstrategie, aber wäre für Anregungen dankbar!

  18. FB sagt:

    @dongo: In einem Fall von ausgeprägten Angst vor schriftlichen Prüfungen, dürfte es relativ unproblematisch, schriftliche durch mündliche Prüfungen ersetzen zu lassen. Sprechen Sie denn darüber mit dem Dozent, der Ihnen am ansprechbarsten erscheint. Ein ärztliches Attest wäre nötig – aber auch ziemlich unproblematisch zu bekommen.

  19. MR sagt:

    Zum Thema Bewertung mit vielen oder wenigen Punkten pro Aufgabe: erstens finde ich den Einwand ziemlich richtig, dass ja sowieso die Noten widerspiegeln, ob man den kompletten Stoff gut verstanden hat, oder eben nur Teile oder alles nicht ganz so gut. Zum Zweiten, wenn dieses Bewertungsschema mit den vielen Punkten so verkehrt ist, warum wird es dann seit Jahrzehnten an Universitäten, aber auch beim Abitur verwendet? Und beim Abitur geht es ja wohl auch um langfristiges Wissen. Aber auch um Fähigkeiten, aus Informationen (gewusst oder nachgeschlagen) etwas zu machen.
    Und zum Argument, dass die Noten in die Abschlussnote mit einfließen: eben deshalb sollte man meiner Meinung nach so bewerten, wie es üblich ist. Eben weil es nicht nur eine kleine Zwischenprüfung ist. Denn wer bei dem Schema mit vielen Punkten mit einer schlechten Note besteht, der bekommt eben das abgebildet, was er kann. Für diejenigen, die eine sehr gute Note haben, macht es keinen Unterschied, und wenn, dann sicher nicht zu ihrem Nachteil. Und diejenigen, die keine schlechte Note in der Abschlussnote haben wollen, können immernoch entwerten, wenn sie merken, es wird nicht gut. Da sollte man den Studenten vielleicht doch noch ein bisschen Entscheidungsfreiheit lassen.
    Im Übrigen kann ich mir auch beim besten Willen nicht vorstellen, dass mit dieser Art und Weise „die Prüfer so viele Studenten bestehen lassen, wie möglich“, wie es in einem anderen Beitrag steht. Dem widersprechen Sie ja auch selbst, wenn Sie das Bewertungsschema mit nur 2 Punkten pro Aufgabe damit begründen, dass sonst so viele bestehen, die nicht alles verstanden haben. Man gibt ihnen mit so einer Bewertung aber auch gar keine Chance. Und dann heißt es widerum, die Studenten sind zu wenig motiviert.

  20. FB sagt:

    @MR: Mit allgemeinen Prinzipien zu argumentieren hilft in dem vorliegenden Fall nicht.. Ein Bewertungsschema muss so sein, dass ausreichende nachgewiesene Kenntnisse zum Bestehen der Klausur führen, unzureichenden zum Nicht-Bestehen. Im Falle der Klausur vom September 2012 zur Vorlesung Programmierung und Modellierung erfüllt das Bewertungsschema diesen Grundsatz: Alle Prüflinge, die in dieser Klausur gescheitert sind, haben in dieser Klausur unbestreitbar unzureichende Kenntnisse nachgewiesen.

    Man kann über das Bewertungsschema streiten. Eines muss aber in aller Deutlichkeit gesagt werden: Im Falle der Klausur vom Klausur vom September 2012 zur Vorlesung Programmierung und Modellierung – sowie von früheren Klausuren – war es niemandem nachteilhaft.

    Ich sehe ein, dass ich damit eine Meinung ausdrücke, die man – insbesondere als Student – nicht unbedingt teilen muss. Die Rolle der Dozenten ist aber zu bewerten. Das wird an meinem Lehrstuhl gewissenhaft, gründlich und den Prüflinge gegenüber wohlwollend getan. Manche Studenten scheitern in Klausuren. Es bereitet meinen Mitarbeitern und mir große Sorgen. Wir werden aber diese Sorgen nicht dadurch los werden, dass wir in unberechtigter Weise Studenten bestehen lassen, deren Leistungen in Klausuren unzureichend sind.

  21. MR sagt:

    Allgemeine Prinzipien… War nicht das Ziel des Bachelors allgemein vergleichbare Prinzipien und Ergebnisse zu schaffen? Vielleicht habe ich da auch etwas falsch verstanden…

    Ob es für jemanden nachteilig war, oder nicht, kann wohl nur jeder einzelne selbst beurteilen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es für niemanden nachteilhaft ist. Aber das ist auch nur meine Meinung.

    Naja und dass es große Sorgen bereitet ist für die Studenten nicht gerade ersichtlich, wenn von 215 Bewertungen gerade mal 75 bestehen. Aber das liegt wohl nicht in unserer Hand.
    Ich frage mich nur, ob man jetzt wirklich die Uni neu erfinden, alles umkrempeln und neue Bewertungsschemen einführen muss. Damit ist die Vergleichbarkeit dann wohl dahin.

  22. FB sagt:

    @MR: Ich habe überhaupt keine Einwände gegen Vergleichbarkeit. Und ich finde gut, dass über Bewertungssysteme, Lehrformen, usw. diskutiert wird. Noch besser ist, wenn an einer (Hoch-)Schule eine solche Diskussion zum „Unternehmenskultur“ gehört.

    Eines muss aber klargestellt werden: Niemand wurde in der Klausur vom September 20123 zur Vorlesung Programmierung und Modellierung benachteiligt. Diejenige, die nicht bestanden haben, haben grundlegende Kenntnisse auf dem Gebiet dieser Vorlesung in der Klausur nicht nachgewiesen. Es war eine Klausur, die leicht zu bestehen war.

    Ich kann mir vorstellen, dass einige, die die Klausur nicht bestanden haben, das Obige ungern lesen. Es ist aber leider so.

    Es ist gut, wenn man sich über sein Scheitern in einer Klausur ärgert. Es ist aber nicht gut, die Verantwortung dafür anderen zu geben.

    Und Ihren Spott über die Sorgen meiner Mitarbeiter und mir um Studenten, die zu wenig Leistungen erbringen, können Sie sich sparen: Er ist unangebracht und – das muss auch gesagt werden – ziemlich naiv. Erwarten Sie denn im Ernst, dass man Studenten bestehen lässt, deren Klausurleistungen es nicht begründen. Meinen Sie wirklich, dass eine solche demagogische Haltung wünschenswert ist? Wie dem auch sei: Wir, Dozenten, dürfen einfach nicht so handeln – ganz egal, was Sie sich wünschen.

  23. MR sagt:

    Da kam wohl etwas nicht so an, wie ich es meinte. Ich bin nicht der Meinung, dass alle Studenten bestehen sollten, auch wenn sie unzureichende Kenntnisse haben, keineswegs. Es ist auch nicht so, dass ich der Meinung bin, dass die Klausur zu schwer war, sie war durchaus fair gestellt und auch bestehbar. Das einzige, was ich fragwürdig finde, ist die Art der Bewertung. Aber das ist wie gesagt nur meine Meinung.

    Ebenso habe ich keineswegs über Ihre Sorgen gespottet, ich habe lediglich angemerkt, dass es für die Studenten bei solch einem Ergebnis schwer zu erkennen ist. Das heißt nicht, dass ich denke, dass die Sorgen nicht vorhanden oder schlecht zu bewerten sind.

  24. FB sagt:

    @MR: Vielen Dank für die Klarstellung!

  25. […] im Wintersemester 2011/12 eingeführt hat. Den Ansatz habe ich im Blog-Artikel  ”Klausurbewertung” im September 2011 erläutert und begründet. Ich gehe davon aus, dass darüber und über […]

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