Was macht ein soziales Medium aus?

Was macht ein soziales Medium aus, habe ich mich bei der Arbeit an einem Forschungsförderantrag gefragt? Hier meine – vorläufige – Antwort.

Es ist, meine ich, ein Medium, welches

  1. ausgewählte Formen sozialer Interaktionen unterstützt und fördert, die weitgehend von der Nutzergemeinschaft selbst und dynamisch bestimmt werden und somit spezifische soziale Normen und ihre zeitliche Entwicklung wiederspiegeln können,
  2. ohne dazu zu zwingen jedem Nutzer eine wesentliche Erhöhung der Anzahl seiner Interaktionspartnern sowie eine wesentliche Steigerung seiner Wahrnehmung von Interaktionsmöglichkeiten ermöglicht,
  3. unter Verwendung des Cloud Computing vor allem die ortsverteilte aber auch im begrenzten Mass die asynchrone Zusammenarbeit ermöglicht,
  4. und in dem Sinne skaliert, dass eine wesentliche Steigerung der Nutzerzahl dank besonderer algorithmischen Verfahren mit wenn überhaupt nur einer sehr geringen Erhöhung des menschlichen Anteils an den Betriebsarbeiten bewältigt werden kann.

Alle vier Mekrmale sind für den Erfolg eines sozialen Mediums entscheidend.

Die Merkmale 1 und 2 entscheiden über die Annahme oder Ablehnung eines sozialen Mediums durch die Gemeinschaft seiner potentiellen Nutzern.

Das Merkmal 3 ist, was am meisten von sozialen Medien wahrgenommen wird.

Das Merkmal 4 ist entscheidend dafür, dass ein anfänglicher Erfolg eines sozialen Mediums nicht in ein Scheitern des Mediums mündet.

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One Response to “Was macht ein soziales Medium aus?”

  1. Thomas Gabor sagt:

    Das ist wohl dem Kontext des Forschungsförderantrags zuzuschreiben, aber ich finde die Definition orientiert sich zu stark an aktuellen Enzelfällen sozialer Medien und daran, was ein gutes oder erfolgreiches soziales Medium ausmacht (anstatt auf alle möglichen sozialen Medien zu verallgemeinern).
    Meine Definition würde vielleicht in etwa so lauten:

    Ein Medium ist in umso höherem Maße ein soziales, umso größer der Teil des durch das Medium transportierten Inhaltes ist, der soziale Strukturen zwischen den Konsumenten des Inhalte repräsentiert.
    Eine soziale Struktur wiederum wäre demnach ein Tupel von Objekten (also Menschen oder Inhalte), die in in einer sozialen Relation stehen. Soziale Relationen wären u.A.: „ist Freund von“, „kennt“, „gehört“, „ist Autor von“, „gefällt“, … Diese werden mehr oder weniger durch die Gesellschaft(sform) vorgegeben.
    Ein Qualitätskriterium für ein soziales Medium ist, wieviele soziale Strukturen es repräsentiert, die in keinem anderen (sozialen) Medium repräsentiert werden. (Daraus ergeben sich meiner Ansicht nach die Merkmale 1-3.)

    Das ist jetzt sicherlich nicht weniger strittig (vorallem weil die aktive Einflussnahme des Users sich aus dieser Definition nur sehr indirekt ergibt), aber vielleicht ein netter Denkanstoß. (Mir selbst ist beim Schreiben dieser Definition gerade aufgefallen, welch große Ähnlichkeit sie mit der Definition eines Meta-Mediums hat.)

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