Muss die Zulassung zur Promotion geändert werden?

Die SPD-FRaktion im bayerischen Landtag schlägt vor, die Zulassung zur Promotion zu ändern. „Und schon bei der Zulassung zur Promotion sollte mehr Transparenz herrschen. Dass zwei Professoren die Aufnahme eines Doktoranden befürworteten, dürfe nicht mehr genügen.“ berichtet heute die Süddeutsche Zeitung im Artikel „Damit der Doktor wieder was wert ist„.

Derzeit wird jede und jeder zur Promotion aufgenommen, wer erstens einen ausreichend guten Abschlussnote erlangt hat, zweitens einen Promotionsbetreuer gefunden hat. Damt wird sichergestellt, dass erstens der Doktorand voraussichtlich die Fähigkeit zur wissenschaftlichen Forschung besitzt, zweitens er betreut wird.  Reicht das denn nicht aus?

Eine höhere Hürde im ersten Punkt – das Sicherstellen einer voraussichtlichen Fähigkeit zur wissenschaftlichen Forschung – erscheint mir unnötig, den Kandidaten gegenüber unfair und ein bedenkliches in Frage Stellen der Hochschulabschlüsse. Wenn der Möchtegern-Promotionsbetreuer auf die Zähne geprüft werden soll, dann im Allgemeinen, was seine Forschungsarbeit angeht, und nicht nur den Anteil davon, welcher die Promotionsbetreuung ist!

Eine Lockerung der Zulassung zur Promotionsprüfung erscheint mir wünschenswert: Ein polizeiliche Führungszeugnis zum Nachweis eines sozialen unbedenklichen Verhaltens sollte nicht länger verlangt werden. Wenn ein Mörder im Gefängnis an einer Promotion arbeitet, dann haben sowohl die Gesellschaft und die Wissenschaft etwas davon! Die Vergabe eines Doktor-Titels sollte nichts im Geringsten damit zu tun haben, ob jemand Straftaten begangen hat oder nicht, sondern ausschließlich mit wissenschaftlichen Leistungen.

FB

2 Responses to “Muss die Zulassung zur Promotion geändert werden?”

  1. Achim sagt:

    Polizeiliches Führungszeugnis – hat das wirklich mit der Promotion oder vielmehr mit der Anstellung im Öffentlichen Dienst zu tun, die damit häufig verbunden ist? In NRW war dieses auf jeden Fall nicht notwendig, aber ich war auch nicht im öffentlichen Dienst angestellt sondern nur Stipendiat.

  2. @Achim: Ein polizeiliches Führungszeugnis muss bei uns jedem Antrag auf Promotionsprüfung zugefügt werden.

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