Die Entsorgung einer Bananenschale

Ich esse bei der Arbeit eine Banane, was mir unerwartete Schwierigkeiten bereitet: In meinem Arbeitzimmer stehen zwei Abfalleimer. Der einer ist mit „Papier“, der andere mit „Büroabfall“ gekennzeichnet. Welchen denn soll ich zur Entsorgung der Bananenschale auswählen?

Der Kennzeichnung „Papier“ auf dem einen Abfalleimer folgt eine Begriffsklärung in kleinerem Schrift: „Briefpapier, Zeitungen, Briefumschläge (auch wattiert, auch mit Sichtenfenster), kleine Kartons, Papierhandtücher und -servietten„. Somit gehört meine Bananenschale eindeutig nicht in dem Papier-Abfalleimer.

Mir bleibt also nur den Büroabfall-Abfalleimer übrig. Seine Kennzeichnung „Büroabfall“ ist ebenfalls in  kleineren Schrift  erläutert: „trocken, brennbar„. Trocken ist aber zum Zeitpunkt des Wegwerfens meine Bananenschale nicht! Ist sie brennbar?

Die Erläuterung „trocken, brennbar“ ist wiederum in noch kleinerem Schrift wie folgt erläutert: „Stifte, Radiergummis, Disketten, CDs, Taschentücher, beschichtete Materialen (Trinkbecher, Brotzeitpapier, Verpackungen von Kaffee, Getränken, Milchprodukten), Büroklammern„. Diese Präzisierung enthält vieles, was der Abfalllaie, der ich bin, nicht für Büroabfall gehalten hätte. Das man noch Disketten verwendet, hätte ich auch nicht gedacht. Dass man CDs brennt, habe ich allerdings schon gewußt. Die Zugehörigkeit von Taschentüchern zu „Büroabfall“ statt „Papier“ finde ich deswegen bemerkenswert, weil „Papierhandtücher“ und „Papierservietten“ zu Papier gehören. Zudem sind Taschentüscher, die weggeworfen werden, selten trocken.

Ich überwinde meine Zweifeln und werfe meine Bananenschalle in den Büroabfall-Abfalleimer: Bis er geleert wird, wird die Bananenschale bestimmt „trocken, brennbar“ sein.

FB

PS: In der Teeküche stehen vier Abfalleimer mit paarweise unterschieldichen Kennzeichnungen und Erläuterungen. Dabei sind Zwillinge meiner alten Bekannten, die Papier- und Büroabfall-Abfalleimer. Dazu gibt es auch Biomüll- und Restmüll-Abfalleimer – selbstverständlich mit ausführlichen Begriffserläuterungen.

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4 Responses to “Die Entsorgung einer Bananenschale”

  1. Raul sagt:

    Ist es nicht sowieso so, dass beide Arten Müll in der selben Tüte der Putzfrau landen?

  2. Robert sagt:

    Im letzten Absatz hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen: bei den zwei zusätzlichen Abfalleimern in der Kaffeeküche handelt es sich um „Restmüll“, wozu auch Biomüll gehört, und „Plastik“. 😉

    Dieses absurde System verwendet auch ein anderes Farbschema als bei der haushaltsüblichen Mülltrennung. So will ich z.B. Papier immer wieder in den blauen Abfalleimer werfen, obwohl das der Büroabfall-aber-nicht-Papier-Eimer ist. Und ich muss jedes Mal neu rausfinden, dass Restmüll in den grünen Eimer gehört…

  3. Ja! Ih habe einen Fehler gemacht und die Reinigungskraft, wie es nun heißt, scheint nur einen Sammelmülleiner zu haben.

    Ich plädiere für ein europweites Trennmüllssystem: Wer häufig in verschiedenen Städte sicgh aufhält, tut es sich schwer, sich daran zu erinnern, wo wie getrennt wird!

  4. quarc sagt:

    Die Konfiguration der Mülleimer soll vielleicht
    die Angestellten dazu bringen, Essensabfälle nur
    noch in die Mülleimer der Teeküche zu bringen
    (oder eventuell gleich dort zu essen).
    Dadurch hat man nur noch dort eine Müllsorte,
    die in kürzeren Abständen weggebracht werden muss,
    und kann für die Büroräume längere Liegezeiten
    tolerieren.

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