Bachelor-Arbeit in 50.000 bzw. 30.000 Zeichen

Unsere Studienordnung für den Bachelor-Informatik sieht eine Bachelor-Arbeit von 50.000 Zeichen; unsere Studienordnung für den Medieninformatik-Bachelor in 30.000 Zeichen.

Den Umfang einer Bachelor-Arbeit mit einer Zeichenanzahl anzugeben erscheint uns, Dozent völlig unpassend: Eine sehr schwierige Informatikarbeit kann äußerst kurz sein, eine längere Arbeit kann nichts wesentliches beinhalten.

Die Rechtsabteilung unserer Universität, die für die Bewilligung eines Studiengangs de facto die höchste Instanz ist, hat es aber so gewollt. Den Umfangsunterschied zwischen den Bachelor-Arbeiten beider Studiengänge hat ebenfalls die Rechstabteilung unserer Universität erzwungen.

Pädagogische Gesichtspunkte ist uns, Dozenten, bisher nicht gelungen, geltend zu machen. Wir geben nicht auf: Als Wissenschaftler wissen wir, dass der gesunde Verstand letztendlich anerkannt wird. Irgendwann…

Und was ist die Handhabung mit unsinnigen Regeln? Dem gesunden Verstand den Vorrang geben.

FB

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7 Responses to “Bachelor-Arbeit in 50.000 bzw. 30.000 Zeichen”

  1. Achim sagt:

    Zeichen? Das ist ja ganz abstrus!
    Und prüft die Rechtsabteilung das auch nach? Bei gedruckten Exemplaren kann das ganz schön aufwendig sein oder wird dann eine Schätzung vorgenommen? Oder gibt es sowieso nur noch digitale Exemplare?
    Bei uns gilt die ungeschriebene Regel 60-90 Seiten für die Bachelorarbeit, wobei der genaue Umfang immer vom Thema abhängt.
    Einen Vorteil hat allerdings eine Zeichenzählung, Formatierungen sind völlig egal und es muss niemand mehr mit Zeichengrößen, -abständen, -Zeilenabständen, etc. herumspielen.

  2. Achim sagt:

    noch ein Zusatz – da mir 20.000-30.000 Zeichen nichts sagen, habe ich das gerade mal ausprobiert und bin bei einer DIN A4 Seite mit Standard-Word-Seitenrändern, 1,5fachem Zeilenabstand und Schriftart Times New Roman in 12pt auf ca. 2400 Zeichen pro voller Seite gekommen.
    Wenn ich nun davon ausgehe, dass die Seiten in der Arbeit aufgrund von Überschriften, Abbildungen, Tabellen, Fußnoten, etc. nicht so vol sind, so ziehe ich mal 1000 Zeichen ab.
    Das würde bei 20.000 Zeichen dann ca. 15 Seiten bedeuten. Ist das nicht furchtbar wenig oder habe ich hier falsch gerechnet?

  3. Michael sagt:

    Hallo Herr Bry, eine kleine Korrektur noch:
    es handelt sich um 50000 Zeichen bei einer Bachelorarbeit in Informatik. Aber Sie haben Recht ich finde die Zeichenzahl auch ein extrem schlechtes Maß.
    Ich hoffe hier soweit auf die Betreuer. Der Betreuer bewertet die Arbeit und wie lang eine Arbeit sein muss und wann es wegen zu geringen oder zu hohen Umfangs Abzüge geben muss liegt in seinem Ermessen.

  4. Wieviel Zeichen die jeweligen Studienordnungen für eine Bachelor-Arbneit vorgeben, muss ich noch überprüfen, wenn auch dies aus meiner Sicht zu Ausübung meines Berufes völlig irrelevant ist.

    Die Rechstabteilung prüft es nicht. Die Regelung gibt aber unzufiredene Studenten ie Möglichkeit, universitätsintern Einsruch zu erheben und vor einem Verwaltungsgericht zu klagen. (In solchen Fälle würde ich mich auf meine Dienstpflicht berufen, gewissenhaft zu arbeiten, als Begründung für eine Missachtung einer blödsinnigen Regel.)

    Wenn ein Umfang in Zeichen gemessen wird, satelt sich die Frage nach dem Zeichensatz: ASCII oder Unicode liefern nicht die selben Zeichenzahlen, wenn u.a. akzentuierten Buchstaben verwendet werden… .-)

  5. Es stimmt: in unserem Informatik-Bachelor soll die Arbeit 50.000 Zeichen lang sein, in unserem Medien-Informatiok-Bachelor 30.000. Das habe ich korrigert. Vielen Dank für den Hinweis!

  6. […] Schwer verständliche – zum Teil gar unverständliche – unnötige lange Studien- und Prüfungsordnungen mit willkürlichen Bestimmungen – siehe “Bachelor-Arbeit in 50.000 bzw. 30.000 Zeichen“ […]

  7. Ano sagt:

    Klingt exterm lachhaft. Bei uns verabschiedet der Fachbereich der Prüfungsordnungen. Zwar muss das Präsdium und die Rechtsabteilung zustimmen, aber gegen den FB gibt es keine PO – gegen die Verwaltung auch nicht 😉 . Der Fachbereich verantwortet schließlich auch die Studiengänge. Entsprechend gibt es dort eine Passage in der steht „Arbeiten sollten i.d.R. zwischen x und y Seiten lang sein.“ Einfach um externe Auswüchse nach oben und unten zu vermeiden. Nicht mehr. Ich mache seid 6 Jahren der Prüfungsausschussvorsitzenden und darüber hat sich noch nie jemand beschwert…

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