Ein Spiegel unserer Gesellschaft

Die Autovervollständigung von Google beruht auf die meist-gestellten Suchanfragen. Sie liefert einen Spiegel unserer Gesellschaft.

Heute, dem 10. Dezember 2016, um 19:31 Uhr schlug die Autovervollständigung von Google den Satz „Muslime sind“ wie folgt zu ergänzen:

  • dumm
  • gefährlich
  • nicht integrierbar
  • Rassisten
  • böse

Ist es akzeptabel, dass eine Software solche Vorurteile verbreitet? Sicherlich nicht.

Kann das vermieden werden? Sicherlich ja. Eine Software, die wenn nicht alle zumindest viele fragliche Vervollständigungen aufspüren würde, wäre nicht schwierig zu realisieren. Google verfügt zweifelsohne über das Know-How dafür und die mittel dazu.

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One Response to “Ein Spiegel unserer Gesellschaft”

  1. crest sagt:

    Eine Forderung die – zumindest ähnlich – auch oft in der „hatespeech“ Debatte aufkommt. Nur leider sind die damit verbundenen Probleme und Gefahren auch durchaus eine Nennung wert. Wo hört das eindämmen von gefährlichen Inhalten auf und wo fängt Zensur an. Welche Instanz entscheidet, welche Wörter problematisch sind und was unter die freie „Meinungsäußerung“ fällt? Ein Blick zu Facebook kann darüber Aufschluss geben. Facebook hat sich entschlossen die Prüfung der Inhalte an die Bertelsmann Gruppe (Arvato um genau zu sein) auszulagern. Dort sitzen nun vermutlich unterbezahlte Hilfskräfte, welche eine sehr große Verantwortung tragen. Erst vor kurzem gab es wieder ein Fall mit größerer Reichweite, wo dieser Mechanismus versagt hat (siehe: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/titanic-chefredakteur-von-facebook-gesperrt-a-1125046.html). Nun könnte man argumentieren, dass es sich nicht um eine Meinungsäußerung von echten Menschen, sondern um einen Algorithmus handelt. Das ist aber meines Erachtens etwas kurz gedacht. Google ist in großen Teilen der Welt eine unglaublich reichweitenstarke Suchmaschine. Die Autovervollständigung ist ein sehr mächtiges mittel um Suchanfragen und damit auch die die Meinungsbildung der Menschen zu beeinflussen.

    Desweiteren ist es fraglich, ob sich dermaßen fragliche Meinungen unterdrücken lassen, indem die Zielgruppe auf eine solche Art bevormundet wird. Mit Bekanntwerden eines solchen Vorgehens seitens google ist m. e. eher eine Abwanderung zu alternativen Suchmaschinen verbunden als ein positiver Effekt.

    Auch eine Interessante Beobachtung: Nachdem ich diese Suchbegriffe eingegeben habe, tauchen zumindest bei meinen Ergebnissen zu 90% Artikel von deutschen Onlinezeitungen auf, welche sich mit vorurteilen und ressentiment auseinenadersetzen. (Beispielsweise: „“Pack“, „Dreck“, „Rassisten“: CDU-Politikerin hetzt gegen Muslime“ (n-tv.de).)

    Schaut man nun allerdings ein wenig weiter kommen die richtig ekelhaften Seiten (Beispiel: die wahre fratze des islam). Die Frage ist ob es eine Möglichkeit gibt das Problem an der Wurzel zu packen und Seiten die mutmaßlich volksverhetzende Inhalte anbieten vom Netz zu nehmen. Ein weiterer Gedanke: Jede mittelgroße Firma nutzt mittlerweile SEO Techniken um sich in Suchmaschinen entsprechend zu repräsentieren. Warum wird diese Möglichkeit nicht von stattlicher Seite wie der Bundeszentrale für politische Bildung genutzt um die Leute da zu erreichen wo es am effektivsten ist?

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