Muss ein Berufungsvortrag öffentlich sein?

Neulich wurde ich gefragt, ob ein Berufungsvortrag öffentlich sein muss. An einer Hochschule nennt man „Berufungsvortrag“ der wissenschaftliche Vortrag, den jede/r Bewerber/in um eine Professur halten muss.

Ganz eindeutig ist der Brauch nicht nur in Deutschland, sondern auch im ganzen deutschsprachigen Raum, dass Berufungsvorträge öffentlich sind. Nur öffentliche Vorträge ermöglichen, dass wissenschaftliche Mitarbeiter und Studierenden sich eine Meinung über die Bewerber bilden können. Üblich ist auch, dass jede Berufungskommission bei ihrer Entscheidung diese Meinungen erfragt und berücksichtigt. (Man nennt „Berufungskommission“ das Gremium, die über die Besetzung einer Professur der Universitätsleitung eine Empfehlung gibt.)Ganz eindeutig ist auch, dass an meiner Universität, der Ludwig-Maximilians-Universität München Berufungsvorträge üblicherweise öffentlich sind.

Nach dieser Antwort wurde ich noch gefragt, ob an meiner Universität die Berufungsvorträge öffentlich sein müssen. Das bayerische Hochschulgesetz verlangt es nicht und meine Universität scheint keine Regelung über den Ablauf von Berufungen zu haben. Höchstwahrscheinlich lautet also die Antwort, dass an der Ludwig-Maximilians-Universität München ein Berufungsvortrag nicht öffentlich sein muss.

FB

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