Bitte nicht weiter sagen! Darüber spricht man nicht…

Wenn der Preis für einen Parkplatz, oder für eine Busfahrt, oder für ein Brot in der selben Bäckerei, oder die Einkommensteuer stark und ohne nachvollziehbaren Gründen variieren würden, dann gäbe es zweifelsohne Ärger.

Große Schwankungen in Prüfungsnoten gibt es in vielen – in den meisten? – Studiengängen, ohne dass sie irgend jemand dafür aufregt.

Es ist nichts dagegen einzuwenden, dass die Prüfungsnoten zu verschiedenen Lehrveranstaltungen verschiedenen verteilt sind. Es fällt zum Beispiel den meisten Informatik-Studierenden schwerer, eine Prüfung in Analysis als in Betriebssystemen zu bestehen. Die unterschiedlichen Schwierigkeiten von unterschiedlichen Prüfungen spiegeln sich ganz natürlich in den Prüfungsnoten.

Wenn aber zwei Lehrveranstaltungen mit ein paar Hundert Hörern im selben Studiengangs sich ausschließlich durch einen zeitlichen Abstand von wenigen Semestern und durch die Dozenten unterscheiden, dann darf man erwarten, dass ihre Prüfungen ähnliche Notenverteilungen liefern.

Interessanterweise ist nicht immer so. In nicht wenigen Studiengängen können gewaltigen Schwankungen in den Prüfungsnoten festgestellt werden: Mit einem Dozenten bestehen mancherorts über 80% der Studierenden die Prüfung, mit einem anderen Dozenten weniger als 20%.

Interessanterweise regt sich niemand darüber auf. Wieso nicht? Weil kaum Statistiken veröffentlich werden. Wieso veröffentlichen Hochschulen kaum Daten über ihren Betrieb – etwa wie die Bahn über die Pünktlichkeit ihrer Züge? Es würde sehr wenig Arbeit kosten. Und nichts würde besser zur Qualität der Lehre beitragen.

FB

One Response to “Bitte nicht weiter sagen! Darüber spricht man nicht…”

  1. ano sagt:

    Vermutlich regt sich niemand auf, weil nicht klar ist über welches Exterm man sich mehr aufregen soll. Über den „Kuschelkurs“ in dem das Verschenken von Noten über Anspruchslosigkeit hinwegheben soll? Oder über den Killerkurs der Anforderungen stellt die in einem Verhältnis stehen bzw. Stoff geprüft wird der nicht gelehrt wurde? Lehre ist schlecht Messbar. Wenn man vor Ort ist weiß man als Fachmann (nicht Student, das ist oft zu kurz gegriffen) sofort ob es „gut“ oder „schlecht“ war… aber nicht auf Grund der angeben Werte…

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