Vorstrafe verhindert eine Promotion nicht unbedingt

Wie im Wikipedia-Artikel „Doktor“ zu lesen ist, „den meisten Promotionsordnungen zufolge kann ein Promotionsverfahren nur dann eröffnet werden, wenn der Doktorand ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegt oder Angestellter der Universität ist“. Heißt es also, dass vorbestrafte Personen nicht promoviert werden dürfen?

Das hatte ich zu meiner großen Überraschung erfahren und fand es unangebracht. Im Artikel „Muss die Zulassung zur Promotion geändert werden?“ habe ich 2011 die Meinung vertreten, dass „die Vergabe eines Doktor-Titels nichts im Geringsten damit zu tun haben sollte, ob jemand Straftaten begangen hat oder nicht, sondern ausschließlich mit wissenschaftlichen Leistungen“.

Das Bundesverwaltungsgericht hat sich neulich dieser Sichtweise angeschlossen: „Versagen darf die Universität die Promotion nur, wenn die strafrechtlichen Verfehlungen einen unmittelbaren Bezug zu der mit dem Doktorgrad verbundenen fachlich-wissenschaftlichen Qualifikation haben“ hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden, wie im n-tv-Artikel „Gefährdet Straftat den Doktortitel?“ vom 30.09.2015 zu erfahren ist.

FB

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