Wozu theoretische Informatik studieren?

Eine häufige Kritik am Informatik-Studium ist die Last der theoretischen Informatik. „Wozu braucht man sie im Beruf?“ fragen sich viele Studierenden.

Ein ehemaliger Student hat mir gerade in einer email eine Antwort dazu geliefert:

gerade genieße ich meine (beschränkten) Kenntnisse in Automaten- und Komplexitäts-Theorie, die mir helfen, meinen Arbeitgeber sinnvoll davon zu überzeugen, warum man für die Lösung eines Problems sehr viel Geld sparen kann!

FB

One Response to “Wozu theoretische Informatik studieren?”

  1. Felix Esche sagt:

    Ich würde behaupten: Nahezu NICHTS von alldem was man im Studium lernt kann man für den Beruf genau so (!) brauchen.
    Je höher die Bildungsinstitution, desto weniger wird Anwendungs- aber umso mehr Konzeptwissen gelehrt.

    Natürlich kann man das im Beruf so nicht verwenden, man muss sich das Problem ansehen und dann die Konzepte, die man gelernt hatten, auf das Problem übertragen. Vermutlich wird man 2/3 seiner Studienkenntnisse nie wieder im Beruf anwenden, es sei denn man wird Professor und erzählt diese Kenntnisse immer wieder seinen Studenten (wobei das Wissen hier auch nicht angewandt sondern weitergegeben wird).
    Das ist aber auch nicht Sinn und Zweck der Universität. Eine Universität ist nicht dazu da, um Studenten beizubringen was sie in ihrem Beruf später machen wollen. Dazu bräuchte man für jede Stelle genau einen Studiengang. Völlig sinnlos.

    Das Problem dabei ist aber: Das sagt weder den (Gymnasiums-)Schülern, noch den Studenten irgendjemand (oder nur extrem selten)! Ich habe das genau ein einziges mal gehört, und das war in einer Informatik Fachdidaktikveranstaltung.
    Mein Appell daher an alle Dozenten und Lehrer: Sagen Sie Ihren Schülern, dass er nicht auswendig lernen soll, wie man in Java den Dijkstra-Algorithmus implementiert. Er soll lernen, dass es verschiedene Arten bzw. Algorithmen gibt die das gleiche Problem lösen, manche aber für bestimmte Situationen besser sind als andere. Das muss den Lernern aber explizit mal gesagt werden, dann ist auch die Lernmotivation viel höher (Jeder Schüler/Student hat schon mal gesagt: „Das brauch ich doch im Leben nie wieder“).

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