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	<description>Der Universitätsalltag eines Wissenschaftlers</description>
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		<title>Bologna: Zu kurz gedacht kommt teuer</title>
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		<pubDate>Wed, 16 May 2012 05:43:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>FB</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lehre]]></category>
		<category><![CDATA[Verwaltung]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Kollege hat im kurzen Dokument Hintergrundinformationen zum Bologna Prozess die schritte der Bologna-Reform zusammengefasst. Das Dokument ist eine Liste von politischen Entscheidungen, die auf dem ersten Blick nicht besonders lehrreich erscheint. Was an dieser Liste auffällig ist, ist was darin fehlt. Die Bologna-Reform war von vorne herein eine  Verwaltungsreform und sie ist es bis heute geblieben. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Kollege hat im kurzen Dokument <em><a title="Hans Jürgen Ohlbach: Hintergrundinformationen zum Bologna Prozess" href="http://www.pms.ifi.lmu.de/Bologna/" target="_blank">Hintergrundinformationen zum Bologna Prozess</a> </em>die schritte der Bologna-Reform zusammengefasst. Das Dokument ist eine Liste von politischen Entscheidungen, die auf dem ersten Blick nicht besonders lehrreich erscheint.</p>
<p>Was an dieser Liste auffällig ist, ist was darin fehlt. Die Bologna-Reform war von vorne herein eine  Verwaltungsreform und sie ist es bis heute geblieben. Die Bologna-Reform ist nicht aus einer Reflexion über Bildung, Ausbildung, Pädagogik, Wirtschaft oder allgemein gesellschaftliche Veränderungen wie die europäische Integration, die Wissensgesellschaft und die Globalisierung entstanden. Die Bologna-Reform ist ohne jegliche pädagogische Überlegungen konzipiert und durchgeführt worden.</p>
<p>&#8220;<em>Wäre eine solche Reflexion denn nötig gewesen?</em>&#8221; werden sicherlich viele fragen, &#8220;<em>politische Entscheidungen müssen sich nicht unbedingt an die Regeln akademischer Arbeit halten!</em>&#8221;</p>
<p>Es ist mit der Bologna-Reform wie mit dem Euro: Zu kurz gedacht kommt teuer. Wären die möglichen Folgen einer gemeinsamen Währung in Europa besser überlegt worden, so ginge es heute Europa besser. Nach und nach wird man es merken: Wären die Folgen für Deutschland der Bologna-Reform besser überlegt worden, so ginge es Deutschland besser.</p>
<p><a title="François Bry" href="http://pms.ifi.lmu.de/mitarbeiter/bry" target="_blank">FB</a></p>
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		<title>Backstage: Erfahrungsbericht vom Dozent</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 04:53:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>FB</dc:creator>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Lehre]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit drei Wochen verwende ich das Backchannel Backstage in einer dreistündigen Vorlesung mit 370 Studenten. Backstage ist ein speziell für die Massenlehre konzipierte Backchannel. Mit Backstage können Kommentare – Fragen, Antworte auf Fragen und Hinweise – von Studenten während und nach der Vorlesung auf die Vorlesungsfolien hinterlassen werden. Der Dozent kann sich nach der Vorlesung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit drei Wochen verwende ich das Backchannel Backstage in einer dreistündigen Vorlesung mit 370 Studenten. Backstage ist ein speziell für die Massenlehre konzipierte Backchannel.</p>
<p>Mit Backstage können Kommentare – Fragen, Antworte auf Fragen und Hinweise – von Studenten während und nach der Vorlesung auf die Vorlesungsfolien hinterlassen werden. Der Dozent kann sich nach der Vorlesung an die Diskussionen beteiligen. Ein Kommentar kann von jedem Student zugestimmt sowie abgelehnt werden, was einerseits dafür sorgt, Wiederholungen zu vermeiden und Gruppenlernen zu fördern. Die Kommentarfunktion von Backstage erweist sich aus meiner Sicht als sehr nützlich. Bei Studenten und mir, dem Dozent, scheint sie mir nicht abzulenken, sondern vielmehr die Aufmerksamkeit zu fördern.</p>
<p>Gestern wurde eine weitere Funktion von Backstage eingeführt: Quizze, deren Antworte aggregiert den Studenten gezeigt werden können. Quizze sind bekanntlich hilfreich, die Aufmerksamkeit in langen Vorlesungen zu fördern. Die Besprechung von Quizergebnisse, die alle sehen können, scheint mir diesem Zweck weiter zu dienen. Von den gestrigen Quizze habe ich einiges gelernt:</p>
<ul>
<li>Doppelte Negationen sollte man vermeiden. &#8220;Ist es richtig, dass A nicht die Eigenschaft B hat&#8221; ist keine gute Quiz-Frage. Das hätte eigentlich wissen müssen!</li>
<li>Es ist besser, wenn jede Aussage als richtig oder falsch angekreuzt wird, damit Enthaltungen nicht den Antworten zusammenfallen. Auch das hätte eigentlich wissen müssen!</li>
<li>Bei der Darstellung der Ergebnisse wäre es besser, wenn die Fragen lesbar wären – ud zwar in der selben Formatierung wie bei der Aufgabenstellung. Das dürfte möglich sein, wenn die Grafik zu den Ergebnissen kleiner und rechts von den Fragen – mit waagerechte Balken? – dargestellt würde.</li>
</ul>
<p>Ich möchte gerne weitere Formen von Quiz einführen, die eine spielerische Dimension haben – wie etwa Auktionen über die Antworten zu fragen. Ich bin überzeugt, dass ernsthafte Fragen, die in kurzen spielerische Sitzungen gemeinsam beantwortet werden, das Lernen sehr wesentlich fördern und die Aufmerksamkeit fördern würden.</p>
<p>Backstage wird derzeit in einem Langzeitexperiment mit pädagogischen Psychologen der Universität Saarbrücken wissenschaftlich ausgewertet. Mein Ziel ist, dass diese erste Auswertung weitere folgen. Ich möchte den Einfluss von Backstage auf das Lernen und auf die &#8220;Lernqualität&#8221; experimentell messen. Ich bin meinen Studenten sehr dankbar, dass sie bei dieser Auswertung mitmachen. Gestern haben ungefähr hundert von ihnen eine kleine Umfrage geantwortet. Ich hoffe, dass es in Zukunft noch mehr sein wird. Ich sehe ein, dass sie nicht daran gewöhnt sind und folglich noch zögerlich an der – selbstverständlich anonyme – Umfrage teilnehmen.</p>
<p>Und selbstverständlich möchte ich auch weitere Ideen erproben, wie neue Medien die Lehre und insbesondere die Massenlehre verbessern können. Diese Ideen verrate ich aber noch nicht. Gerne spreche ich aber darüber – vor allem mit meinen Studenten, die sicherlich auch selbst solche Ideen haben.</p>
<p><a title="François Bry" href="http://pms.ifi.lmu.de/mitarbeiter/bry" target="_blank">FB</a></p>
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		<title>Prüfermacht und Ethik</title>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 08:57:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>FB</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Lehrpersonal meines Instituts hat ein großes Problem mit Studenten, die sich zur Klausur anmelden aber zur Klausur nicht erscheinen. Große Hörsäle, die an unserer Universität Mangelware sind und folglich nur unter einem nicht unerheblichen Arbeitsaufwand erhalten werden, werden zur Durchführung der Klausur beantragt. Bei fast jeder Klausur stellt sich heraus, dass ein viel kleineren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Lehrpersonal meines Instituts hat ein großes Problem mit Studenten, die sich zur Klausur anmelden aber zur Klausur nicht erscheinen. Große Hörsäle, die an unserer Universität Mangelware sind und folglich nur unter einem nicht unerheblichen Arbeitsaufwand erhalten werden, werden zur Durchführung der Klausur beantragt. Bei fast jeder Klausur stellt sich heraus, dass ein viel kleineren Raum ausreichend gewesen wäre.</p>
<p>Manche Professoren vergeben bei uns so genannte Bonuspunkte. Liefert ein Student regelmäßig ausreichend gute Lösungen zu den wöchentlichen Hausaufgaben, so teilt es sich der Übungsleiter, eine studentische Hilfskraft oder ein wissenschaftlicher Mitarbeiter, dem Professor. Dieser verbessert dann die Klausurnote.</p>
<p>Ein Kollege, der Bonuspunkte vergibt, schlug vor, Studenten die Bonuspunkte wegzunehmen, also bei der Bewertung der Klausur nicht zu berücksichtigen, die in der Vergangenheit angemeldet zu einer Klausur nicht erschienen sind. So zumindest habe ich den Vorschlag verstanden.</p>
<p>Über diesen Vorschlag habe ich große Bedenken geäußert. &#8220;<em>Eine Prüfungsnote darf nicht wegen &#8220;schlechtes Benehmen&#8221;, oder wegen etwas, was der Prüfer dafür hält, verringert werden</em>&#8220;, habe ich gemeint. &#8220;Keine Note wird verringert&#8221; antwortete der Kollege, &#8220;<em>aber die Noten denen, die angemeldet zur Klausuren nicht erscheinen werden.</em>&#8221;  Der Kollege fügte hinzu: &#8220;<em>Was ich freiwillig gebe, kann ich auch wohl zurücknehmen.</em>&#8221;</p>
<p>Das sehe ich ganz anders. Ein Prüfer hat die Aufgabe erhalten, einen Wissenstand zu bewerten, nicht ein Benehmen. Ein Informatik-Professor ist in der Lage, den Stoff aus seiner Vorlesung zu prüfen. Es gibt keinerlei Grund anzunehmen, dass er auch in Fragen des passenden oder unpassenden Benehmen  ebenfalls ausgewiesen ist. Es erscheint mir sogar geboten, die Macht, die ein Prüfer über seine Prpflinge vom Amt wegen ausübt auf dieses Amt einzuschränken. Sonst besteht die Gefahr von einer Machtüberschreitung.</p>
<p>Gibt ein Prüfer einen Teil der Note freiwillig? Das glaube ich nicht. Es werden Regel zur Benotung festgelegt und angewandt. Die Festlegung solcher Regel erfolgt auf keinen Fall durch einen einzigen. Das wäre – auch für den Prüfer – viel zu gefährlich. Wird nach geltenden Regeln Bonuspunkte vergeben, dann handelt es sich nicht um Geschenk, dass der Schenker zurücknehmen könnte. Außerdem auch Geschenke können nicht zurückgenommen werden!</p>
<p>Prüfer haben viel Macht über Prüflinge. Diese Macht muss aber darauf beschränkt werden, was die Prüfer zu prüfen haben. So ist es auch in jeder Situation, wo Menschen – Polizisten, Soldaten und Richter –, die eine Macht über andere ausüben können. So sehen es alle große Religionen. So verlangt es die Ethik.</p>
<p><a title="François Bry" href="http://pms.ifi.lmu.de/mitarbeiter/bry" target="_blank">FB</a></p>
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		<title>Wer nicht hören will&#8230;</title>
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		<pubDate>Thu, 10 May 2012 11:47:27 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Gehörschutzstöpsel als Schutz gegen Baulärm werden an meinen Arbeitsplatz verteilt. Der Unterricht in Gebärdensprache für Vorlesungen mit Baulärm steht noch aus. FB]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gehörschutzstöpsel als Schutz gegen Baulärm werden an meinen Arbeitsplatz verteilt.</p>
<p>Der Unterricht in Gebärdensprache für Vorlesungen mit Baulärm steht noch aus.</p>
<p><a title="François Bry" href="http://pms.ifi.lmu.de/mitarbeiter/bry" target="_blank">FB</a></p>
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		<title>Die Schwierigkeit in Bayern, für Studenten anzuzapfen</title>
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		<pubDate>Wed, 09 May 2012 14:23:09 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Lehre]]></category>

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		<description><![CDATA[Oft haben mich Studenten gefragt, warum es an unserer Universität so wenig Steckdosen zum Nachladen der Laptops gibt. Ich habe die Frage an den Vize-Präsident für den Bereich Studium weiter gegeben. Seine Antwort ist wie folgt: &#8220;Aus grundsätzlichen Überlegungen werden Hörsäle nicht mit Steckdosen zum Nachladen von Laptops ausgestattet. Im Rahmen einer Interministeriellen Arbeitsgruppe (Beteiligung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Oft haben mich Studenten gefragt, warum es an unserer Universität so wenig Steckdosen zum Nachladen der Laptops gibt. Ich habe die Frage an den Vize-Präsident für den Bereich Studium weiter gegeben. Seine Antwort ist wie folgt:</p>
<blockquote><p>&#8220;<em>Aus grundsätzlichen Überlegungen werden Hörsäle nicht mit Steckdosen zum Nachladen von Laptops ausgestattet. Im Rahmen einer Interministeriellen Arbeitsgruppe (Beteiligung Wissenschaftsministerium und Oberste Baubehörde) wurde das Thema diskutiert und es wurde aus Kostengründen (Investitionskosten, Wartungskosten, Instandhaltungskosten und Stromkosten) sowie aufgrund von Sicherheitsbedenken (z.B. Stolpergefahr durch Kabel) davon Abstand genommen eine solche Installation in den Standard aufzunehmen. </em></p>
<p><em>In Anbetracht der Entwicklungen auf dem PC/Tablet-Markt kann man davon ausgehen, dass der Akkubetrieb in wenigen Jahren für einen Vorlesungstag ausreichen wird. Bis dahin muss von den Studenten ein Ersatzakku bereit gehalten werden bzw. in den Pausen in Cafeteriabereichen bzw. Bibliotheken &#8220;nachgeladen&#8221; werden. In diesen Bereichen werden bei Umbauarbeiten vermehrt &#8220;stolperfreie&#8221; Steckdosen installiert.&#8221; </em></p>
<p><em>Dieser Meinung kann ich mich nur anschließen: Es sollte für Informatiker möglich sein, sich so zu organisieren, dass ihre Arbeitsmittel einsatzbereit sind.</em>&#8220;</p></blockquote>
<p>Das eine interministerielle Arbeitsgruppe sich mit solchen Fragen des tagtäglichen Hochschulleben beschäftigt, verblüfft mich. Die Fürsorge ist beeindruckend.</p>
<p>Alle bayerische Hochschulen dürften folglich gleich sparsam mit Steckdosen bestückt sein.</p>
<p>Die Vorstellung, ein Student kann mit einem oder mehreren Ersatzakku in die Uni gehen, hatte ich schon über mehrere Mitarbeiter der Verwaltung erfahren. Ich habe nie so etwas versucht und offen zugestanden möchte ich es lieber nicht tun: Akku sind schwer und ein Akku-Wechsel verlangt eine wertvolle Zeit – laufende Anwendungen stoppen, Computer herunterfahren, Aufschrauben, Herausnehmen, Einsetzen, Zuschrauben, Computer wieder starten, Anwendungen wieder starten – , die ich tagsüber selten habe. Meine Erfahrung ist, dass die Akkus eines Laptops schneller als nach einem halben Tag leer sind, wenn der Internet-Zugang verwendet wird.  Die meisten Studenten sind vermutlich stärker als ich und haben möglicherweise mehr Zeit als ich, um zwischen Lehrveranstaltungen zwischen zwei oder drei Akkus zu wechseln.</p>
<p>Aus meiner Sicht empfiehlt es sich, in die Uni mit einem Mehrsteckdosen-Stromkabel zu gehen. Es ist deutlich leichter und billiger  als ein oder zwei Ersatzakku und deutlich bequemer in der Handhabung: Wenn man in einer Lehrveranstaltung Wissen auftankt, kann das Laptop seinerseits Energie auftanken.</p>
<p>Auf wissenschaftliche Tagungen und im Schnellzug habe ich in der Regel ein Stromkabel dabei – im Ausland mit der entsprechenden Zwischenstecker. So  ernte viel Zustimmung von denen, die in meiner Nähe sitzen und an meine Steckdosen ihre schlappe Laptops wieder beleben können.</p>
<p><a title="François Bry" href="http://pms.ifi.lmu.de/mitarbeiter/bry" target="_blank">FB</a></p>
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		<title>Wie (manche) Bibliotheken sich verändern</title>
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		<pubDate>Wed, 09 May 2012 04:36:23 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Unsere Vorstellung einer Bibliothek ist zu einer Zeit entstanden, in der Bücher wertvoll, selten und geräumig waren. Eine traditionelle Bibliothek ist ähnlich einem Museum mit Lesesaal und möglicherweise Bücherausleihe. Die traditionelle Bibliothek hat ausgedient. In manche Bibliotheken ist man dessen bewusst. Man überlegt, wie die Bibliothek der Gegenwart sein kann. Hier ein paar Gedanken dazu, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unsere Vorstellung einer Bibliothek ist zu einer Zeit entstanden, in der Bücher wertvoll, selten und geräumig waren. Eine traditionelle Bibliothek ist ähnlich einem Museum mit Lesesaal und möglicherweise Bücherausleihe. Die traditionelle Bibliothek hat ausgedient. In manche Bibliotheken ist man dessen bewusst. Man überlegt, wie die Bibliothek der Gegenwart sein kann. Hier ein paar Gedanken dazu, die in Gespräche mit Mitarbeitern zweier wissenschaftlichen Bibliotheken entwickelt wurden.</p>
<p>Open Access ist die Publikationsform der Zukunft für wissenschaftliche Arbeiten, auf die Bibliotheken einstellen müssen. Open Access bezeichnet Publikationen, die für alle kostenlos verfügbar sind. Open Access ist keineswegs als Verzicht auf das Urheberrecht anzusehen – im Gegenteil. Die geistige Rechte über eine kostenlos abrufbare Publikation sind genauso geschützt wie die geistige Rechte über eine Skulptur, die im Mitten eines Platzes steht und für alle sichtbar und fotografierbar ist. Open Access hat zwei Begründungen. Erstens vermeidet es, dass der Steuerzahler erstmal für die Forschung an öffentlichen Einrichtungen zahlt – unter anderem für mein Gehalt – , dann jedes Mal wenn die Ergebnisse dieser bereits bezahlten Forschung verwendet werden – etwa, wenn ein Student oder ein Wissenschaftler ein meiner wissenschaftlichen Publikationen lesen möchte. Zweites wirkt Open Access wie Patente über Erfindungen: Ein Patent verleiht einem Erfinder eine auf zwanzig Jahre begrenzte Nutzungsrecht für seine Erfindung und gibt dafür alle das Recht auf kostenlose Einsicht in diese Erfindung – übrigens schon ab dem Zeitpunkt des Patentantrags, der oft nicht uneingeschränkt gewährt wird.</p>
<p>Sinn von Schutz gegen Offenlegung im Patentrecht ist es, zu Nachahmung (mit anderen Mitteln) von Erfindungen anzuregen. Sinn von Open Access in der Wissenschaft ist es, weitere Forschungsergebnisse zu fördern. In beiden Fälle werden die geistigen Rechte nicht nur geschützt, sondern sogar durch die kostenlose Veröffentlichung gefördert. Ein Patent ist desto wertvoller, dass man sie verwendet wird. Wird sie nachgeahmt, so entsteht ein Nährboden für ihre Nutzung. Eine Erfindung, die niemand nachahmen möchte, ist ein vergessener Schatz. Eine wissenschaftliche Publikation, die viel gelesen wird, kann viel verwendet werden. Ihr Wert steigt – und dadurch die Bedeutung ihrer Autoren und der Einrichtung, wo sie forschen. Patente und Open Access sind die selbe Form von Geben und Nehmen, die durch Internet und Web unsere Gesellschaft verändert und Kreativität, Wissenschaft und nicht zuletzt Wirtschaft fördert.</p>
<p>Bibliotheken müssen sich als virtuelle Leseräume neue erfinden. Wenn Open Access die Publikationsform der Zukunft ist, dann können Bibliotheken nicht länger primär Bücherlager sein. Sie müssen sich als Vermittler von Publikationen neu erfinden, die nicht unbedingt auf ihren eigenen Server gespeichert werden, sondern auch auf den Servern von weiteren Bibliotheken, Verlage oder gar wissenschaftlichen Einrichtungen. Um eine Existenzberechtigung zu erhalten muss eine Bibliothek neue Diensten anbieten:</p>
<ul>
<li>Spezialisierte Suche – zum Beispiel eine semantische Suche für die Kunstgeschichte, wie mit <a title="ARTigo" href="http://artigo.org" target="_blank">ARTigo</a> entwickelt wird;</li>
<li>Arbeitsumgebungen für Communities of Practice von Wissenschaftler, das heißt soziale Medien, die auf eine kollaborative Zusammenarbeit unterstützen.</li>
</ul>
<p>Wird eine wissenschaftliche Bibliothek in dieser Weise neu erfunden, so kann sie sich der breiten Bevölkerung öffnen, was sogar zu bessere Diensten für Wissenschaftler führen kann. Die semantische Suchmaschine für die Kunstgeschichte, die mit dem Web-Plattform ARTigo entwickelt wird, ist vor allem ein Werkzeug für Wissenschaftler. Die Entwicklung dieses Werkzeuges aber geschieht aber die Mitwirkung von Laien.</p>
<p>Die Öffnung von wissenschaftlichen Bibliotheken dem breiten Publikum ist kennzeichnend für die derzeitige Entwicklung, die Open Access ermöglicht. Das breite Publikum – unter anderem Schüler und Lehrer – erhalten einen besseren Zugang zur Kultur wund Wissenschaft, die Wissenschaft wird besser von der Gesellschaft wahrgenommen, wissenschaftliche Bibliotheken erhalten dadurch eine stärkere soziale Bedeutung.</p>
<p>Eine wissenschaftliche Bibliothek, die sich so verändert, stellt ihre Existenz sicher. Eine, die es nicht tut, wird früher oder später weg gespart werden.</p>
<p><a title="François Bry" href="http://pms.ifi.lmu.de/mitarbeiter/bry" target="_blank">FB</a></p>
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		<title>Ist alles gut, was kostet?</title>
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		<pubDate>Tue, 08 May 2012 17:54:35 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[In  Nordrhein-Westfalen macht der FDP-Politiker Christian Lindner Wahlkampf. Zu den Studiengebühren meint er (im Interview &#8220;&#8216;Das CDU-Modell ist so vage, dass es von den Piraten sein könnte&#8217;&#8221; in der heutigen Süddeutschen Zeitung): &#8220;Wenn es einen Weg gibt, ohne Staatsschulden die Qualität der Hochschulen zu verbessern, bin ich dafür offen. Solange ich den nicht kenne, halte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In  Nordrhein-Westfalen macht der FDP-Politiker Christian Lindner Wahlkampf. Zu den Studiengebühren meint er (im Interview &#8220;<a title="SZ: &quot;Das CDU-Modell ist so vage, dass es von den Piraten sein könnte&quot;" href="http://www.sueddeutsche.de/politik/fdp-spitzenkandidat-lindner-zur-nrw-wahl-das-cdu-modell-ist-so-vage-dass-es-von-den-piraten-sein-koennte-1.1351527" target="_blank">&#8216;<em>Das CDU-Modell ist so vage, dass es von den Piraten sein könnte&#8217;</em></a>&#8221; in der heutigen<a title="SZ" href="http://sz.de" target="_blank"> Süddeutschen Zeitung</a>):</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Wenn es einen Weg gibt, ohne Staatsschulden die Qualität der Hochschulen zu verbessern, bin ich dafür offen. Solange ich den nicht kenne, halte ich Studienbeiträge für sinnvoll […]. Sie sind sinnvoll, weil mehr Geld für die Hochschulen zusammenkommt.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Mehr Geld in die Hochschulen – oder irgend wohin – zu gießen sorgt nicht unbedingt für Qualität. Wenn es anders wäre, gäbe es keinen Grund Griechenland nicht bedingungslos Geld zu geben.</p>
<p>Was die Studiengebühren angeht ist die Kernfrage, ob und falls ja inwieweit sie die Qualität der Hochschulen verbessern. Mit dem Studiengebühren wird bekanntlich nur wenig ausgebildetes und schlecht bezahltes Lehrpersonal mit prekären Arbeitsverträge sowie Verwaltungspersonal nach Tarif und mit Dauerverträge eingestellt. Ob das die Qualität der Hochschulen verbessern kann? Mich wundert, dass ein Vertreter des schlanken Staates wie Christian Lindner sich damit abfindet. Oder weiss er vielleicht über Hochschulen zu wenig Bescheid?</p>
<p><a title="François Bry" href="http://pms.ifi.lmu.de/mitarbeiter/bry" target="_blank">FB</a></p>
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		<title>Gehörtes über das Deutschland-Stipendium</title>
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		<pubDate>Tue, 08 May 2012 05:13:55 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[In diesem Blog habe ich ein paar Mal Bedenken über das Deutschlandstipendium geäußert, welches wie folgt funktioniert: Eine Privat-Person, ein Unternehmen, ein Verein oder eine Stiftung spendet 150 € pro Monat, der Bund zahlt dann einen Betrag in selber Höhe. Ein begabter Student erhält dann 300 € pro Monat für den Rest seines Studiums. Neulich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In diesem Blog habe ich ein paar Mal Bedenken über das Deutschlandstipendium geäußert, welches wie folgt funktioniert: Eine Privat-Person, ein Unternehmen, ein Verein oder eine Stiftung spendet 150 € pro Monat, der Bund zahlt dann einen Betrag in selber Höhe. Ein begabter Student erhält dann 300 € pro Monat für den Rest seines Studiums.</p>
<p>Neulich traf ich jemanden aus der Führung eines deutschen Konzerns und fragte ihn nach der Meinung unter seinen Kollegen über das Deutschlandstipendium. &#8220;<em>Wir unterstützen das Deutschlandfstipendium und spenden natürlich auch</em>&#8221; war die Antwort. &#8220;<em>So die offizielle Stellungnahme.</em> <em>Sie wollen aber bestimmt erfahren, was wir wirklich denken. Auch das as sage ich Ihnen gerne aber bitte zitieren Sie keine Namen.</em>&#8221;</p>
<p>Für viele Unternehmen ist es schwierig und teuer, an guten Absolventen zu kommen. Daher erscheint Unternehmen eine Beteiligung an einem Stipendienprogramm für begabte Studenten attraktiv. Die Hoffnung ist,  früh und relativ kostengünstig eine Vorauswahl von Absolventen treffen zu können, die später eingestellt werden könnten. Dies ist allerdings mit dem Deutschlandstipendium unmöglich, weil die Unternehmen an der Auswahl der Stipendienempfänger nicht mitwirken dürfen – gute Gründe für diese Einschränkung gibt es auch. Wenn auch das Gebot der Nicht-Beteiligung von Unternehmen an der Auswahl von Empfänger des Deutschlandstipendium manchmal gebrochen wird, wie ich über Hochschulbeteiligte erfahren habe, weil sonst die Hochschulen kaum Spenden erhalten würde, ist das Deutschlandstipendium kein verlässliches Instrument für ein Unternehmen, um Einstellungskosten zu verringern.</p>
<p>Eine weitere Kritik am Deutschlandstipendium, die allerdings in Unternehmenskreisen weniger geäußert wird, ist dass das Deutschlandstipendium Spenden schnell verbraucht. Wenn eine Privatperson spendet etwa 5000 € (150 € x 12 Monate x 3 Jahre), dann wirkt der für eine Privatperson nicht geringer Betrag nur drei Jahre lang. Von einer Spende erwartet man eher, dass sie länger wirkt, was möglich ist, wenn sie in ein Fond ausgezahlt wird, dessen Zinsen- oder sonstige Erträge für die Förderung verwendet wird. Das Deutschlandstipendium wurde offenbar wie die Parteifinanzierung konzipiert. Was aber für die Parteifinanzierung sinnvoll ist – die Bildung von Fond aus Parteispenden würde schnell ältere Parteien viel finanzkräftiger als die jüngeren machen und dadurch die Demokratie verzerren – ist es nicht für die Begabtenförderung.</p>
<p>&#8220;<em>Mit dem Deutschlandstipendium ging es leider erstrangig um die Profilierung einer Politikerin</em>&#8221; erfuhr ich noch.</p>
<p><a title="François Bry" href="http://pms.ifi.lmu.de/mitarbeiter/bry" target="_blank">FB</a></p>
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		<title>Gut dokumentiert</title>
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		<pubDate>Mon, 07 May 2012 20:50:14 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Verwaltung]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute zeigte ein Kollege während einer Sitzung die Studienordnung unseres ehemaligen Diplom-Studiengangs Informatik: ein 5 Millimeter dickes Dokument im A6-Format. Dann zeigte der Kollege die entsprechenden Unterlagen unseres Bachelor-Studiengangs Informatik: zwei dicke Ordner im A4-Format. Eines kann man nicht leugnen: Bologna hat zur guten Dokumentation beigetragen. FB]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute zeigte ein Kollege während einer Sitzung die Studienordnung unseres ehemaligen Diplom-Studiengangs Informatik: ein 5 Millimeter dickes Dokument im A6-Format.</p>
<p>Dann zeigte der Kollege die entsprechenden Unterlagen unseres Bachelor-Studiengangs Informatik: zwei dicke Ordner im A4-Format.</p>
<p>Eines kann man nicht leugnen: Bologna hat zur guten Dokumentation beigetragen.</p>
<p><a title="François Bry" href="http://pms.ifi.lmu.de/mitarbeiter/bry" target="_blank">FB</a></p>
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		<title>Lehre vom Fall Adlène Hicheur</title>
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		<pubDate>Mon, 07 May 2012 07:26:05 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Letzte Woche wurde in Frankreich der junge Physiker Adlène Hicheur zu fünf Jahre Gefängnis wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung verurteilt. Er hatte ein paar bedenkliche E-Mails mit einem Terrorist der Al Qaida ausgetauscht. Der Fall hatte in wissenschaftlichen Kreisen Aufsehen erregt, weil der Angeklagter langer Zeit in einer ungewöhnlichen und rechtlich nicht unbedenklichen Isolierung gehalten wurde. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Letzte Woche wurde in Frankreich der junge Physiker Adlène Hicheur zu fünf Jahre Gefängnis wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung verurteilt. Er hatte ein paar bedenkliche E-Mails mit einem Terrorist der Al Qaida ausgetauscht. Der Fall hatte in wissenschaftlichen Kreisen Aufsehen erregt, weil der Angeklagter langer Zeit in einer ungewöhnlichen und rechtlich nicht unbedenklichen Isolierung gehalten wurde. Ist also Adlène Hicheur ein Terrorist, dem das Handwerk gelegt wurde?</p>
<p>Es sieht nicht so aus. Mir gibt der Fall den Eindruck, dass Adlène Hicheur über eine kurze Zeit unvorsichtig gewesen ist. Es sieht so aus, als ob er einen Rattenfänger der Al Qaida nicht schnell genug erkannt hätte. Das kann vielen passieren, die wie Adlène Hicheur kulturell der arabischen Welt verbunden sind. Es gibt also etwas vom Fall Adlène Hicheur zu lernen.</p>
<p>Als ich Gymnasiast und Student war, war in meiner Generation die Empörung über den Vietnam-Krieg verbreitet. Damals war sie aber keineswegs so verständlich, wie sie heute erscheinen mag. Meine Freunde und ich waren oft der Kritik ausgesetzt, durch unsere Demonstrationen gegen den Vietnam-Krieg das Spiel der Soviet-Union zu machen. Es war damals für viele Menschen unverständlich, dass man sowohl die Soviet-Union wie den Vietnam-Krieg ablehnen konnte. Die Kommunisten versuchten zudem, die verbreitete Sehnsucht nach Freiheit und Gerechtigkeit für sich zu vereinnahmen. Immer wieder kam man damals in Kontakt mit kommunistischen Rattenfänger.</p>
<p>Ich selbst verkehrte in russischen Kreisen, wo nicht nur Exilrussen, sondern auch Menschen aus der Sovietunion zu treffen waren. Es gab auch Exilrussen, die zu Recht oder zu Unrecht verdächtigt waren, Agenten der Sovietunion zu sein. Als ich Mathematik-Student wurde, wurde ich zunehmend für solche Leute interessant. Ich erinnere mich, damals ein paar Mal von Mitarbeitern von staatlichen Informationsabteilungen vor manchen Menschen gewarnt worden zu sein. Verdächtige Annäherungen habe ich ein paar Male erlebt aber immer sofort abgelehnt. In jeder Situation, in der meine russischen Kontakte mich als verdächtig hätten erscheinen lassen können, habe ich sie von vorne herein sehr ausführlich offen gelegt: Beim Wehrdienst und bei bei jeder Bewerbung.</p>
<p>Den Fall Adlène Hicheur kenne ich wenig. Mir fällt rückblickend auf, was für eine Unterstützung ich bekam. Eine solche Unterstützung und nützliche Warnungen hat er vermutlich nicht erhalten. Erstens waren die russischen Kreisen in Frankreich nicht nur in der Gesellschaft sehr gut integriert, sondern besonders gut in intellektuellen und &#8220;führenden Kreisen&#8221; – damals aus nahe liegenden Gründen auch in Kreisen der Nachrichtendiensten. Eine solche Teilnahme an &#8220;führenden Teilen&#8221; Gesellschaft haben vermutlich die arabischen Kreisen von Frankreich, aus denen Adlène Hicheur stammt, gar nicht. Zweitens waren damals die Kreisen der russischen Kirche nicht sofort verdächtigt, die Sovietunion zu unterstützen – im Gegenteil. Die islamischen Kreisen weltweit werden derzeit ganz anders betrachtet. Für viele sind sie der Nährboden des islamischen Terrorismus. Drittens gab es damals keine E-Mail und es wurde aus Kostengründen viel weniger telefoniert als heute – als Student telefonierte zudem meist aus Telefonzellen. Heute verwenden wir E-Mail und Kurzmeldungen auf Facebook &amp; Co genauso informell wie Kurzgespräche. Diese Gespräche bleiben aber erhalten und sind für viele relativ leicht sichtbar. Wer sich heute unbedacht ausdrückt, kann sich unglücklich machen. Ist dies Adlène Hicheur passiert?</p>
<p>Eine ist heute und damals gleich: Die verbreitete Angst und ihre Folgen – unter anderem eine Lockerung der Rechtsstaatlichkeit und hohe Strafen für  Fehler, die möglicherweise in ein paar Jahrzehnten als verständlicher erscheinen könnten.</p>
<p><a title="François Bry" href="http://pms.ifi.lmu.de/mitarbeiter/bry" target="_blank">FB</a></p>
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		<title>&#8220;Erklären Sie mir mal, wozu das Web nützlich ist&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 05 May 2012 14:05:28 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein glaubwürdige Kollege hat mir neulich von einer bemerkenswerten Bitte berichtet: &#8220;Erklären Sie mir mal, wozu das Web nützlich ist&#8221; fragte der Präsident einer deutschen Elite-Universität. Die Frage war ernst gemeint, betonte der Kollege. Der Fragesteller hat tatsächlich sehr wenig Ahnung davon, wie sehr das Web verwendet wird, fügte er hinzu. FB]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein glaubwürdige Kollege hat mir neulich von einer bemerkenswerten Bitte berichtet: &#8220;<em>Erklären Sie mir mal, wozu das Web nützlich ist</em>&#8221; fragte der Präsident einer deutschen Elite-Universität.</p>
<p>Die Frage war ernst gemeint, betonte der Kollege. Der Fragesteller hat tatsächlich sehr wenig Ahnung davon, wie sehr das Web verwendet wird, fügte er hinzu.</p>
<p><a title="François Bry" href="http://pms.ifi.lmu.de/mitarbeiter/bry" target="_blank">FB</a></p>
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		<title>Universitäre Umgangsformen</title>
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		<pubDate>Sat, 05 May 2012 08:29:40 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie spricht man einen Hochschulpräsident oder -rektor an? &#8220;Magnifizenz&#8221; – übrigens ohne &#8220;i&#8221; zwischen &#8220;z&#8221; und &#8220;e&#8221;. Und einen Dekan? Es hängt davon ab, ob man selbst Dekan ist oder gewesen ist. In diesem Fall: &#8220;Spektabilis&#8221;. Andernfalls: &#8220;Spektabilität&#8221;. In welcher Reihenfolge begrüßt man Persönlichkeiten? Es hängt davon an, ob man innerhalb der Univeristät ist oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie spricht man einen Hochschulpräsident oder -rektor an? &#8220;Magnifizenz&#8221; – übrigens ohne &#8220;i&#8221; zwischen &#8220;z&#8221; und &#8220;e&#8221;.</p>
<p>Und einen Dekan? Es hängt davon ab, ob man selbst Dekan ist oder gewesen ist. In diesem Fall: &#8220;Spektabilis&#8221;. Andernfalls: &#8220;Spektabilität&#8221;.</p>
<p>In welcher Reihenfolge begrüßt man Persönlichkeiten? Es hängt davon an, ob man innerhalb der Univeristät ist oder nicht. Im ersten Fall werden zuerst die Hochsachulpersönlichkeiten gegrüßt, dann die Persönlichkeiten der außeruniversitären Welt. Außerhalb der Universität geht es anders herum.</p>
<p>Es ist immerhin deutlich weniger sich zu merken als die Rangabzeichnungen und Anrede, die ich im Wehrdienst lernen musste! <img src='http://www2.pms.ifi.lmu.de/erlebt/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><a title="François Bry" href="http://pms.ifi.lmu.de/mitarbeiter/bry" target="_blank">FB</a></p>
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		<title>Wechsel vom Sammeln zum Verteilen</title>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2012 06:33:34 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Forschung]]></category>

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		<description><![CDATA[Am letzten Sonntag habe ich meine Musik-Sammlung ein bisschen aufgeräumt. Ich habe ein Gegenstück zum iTune für mein Android-Handy gesucht und installiert, ein paar weitere CDs gespeichert und entschieden, was auf das Android-Gerät kommen soll und was nicht. Auf meinem Android-Gerät waren ein paar Musikstücke, die der Gerätehersteller dort gespeichert hatte. Meine erste, unüberlegte, Reaktion [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am letzten Sonntag habe ich meine Musik-Sammlung ein bisschen aufgeräumt. Ich habe ein Gegenstück zum iTune für mein Android-Handy gesucht und installiert, ein paar weitere CDs gespeichert und entschieden, was auf das Android-Gerät kommen soll und was nicht.</p>
<p>Auf meinem Android-Gerät waren ein paar Musikstücke, die der Gerätehersteller dort gespeichert hatte. Meine erste, unüberlegte, Reaktion war, die Musikstücke zu sichern. Da aber die Musikstücke mir nicht gefielen, habe ich sie einfach gelöscht. Und mir wurde eines klar.</p>
<p>In der Mangelwirtschaft meiner Kindheit und Jugend, was die Musik angeht, war jede Schallplatte wertvoll. Billig war sie nicht. War sie selten, war sie zudem schwierig zu ergattern. Es ist nicht mehr so. Was Musik angeht, leben nun in einer Überschusswirtschaft. Jedes Musikstück ist äußert leicht zu finden – ein paar Worte oder Noten reichen aus, ein Lied ausfindig zu machen. Jedes Musikstück ist auch billig: In der Regel kostet es weniger als ein Euro aus.</p>
<p>In einer Mangelwirtschaft ist der Mensch ein Sammler, in einer Überschusswirtschaft reicht es ihm, sich die Güter zu merken, die er vielleicht mal gerne wieder nutzen würde. Besitzen verliert an Bedeutung, das Wissen zählt. Und interessante Wissen kann man dann schneller und besser sammeln als Güter – insbesondere, was Musik angeht. Ein paar Minuten und ein paar Euro reichen aus, um viele verschiedenen Versionen des selben Musikstück zu finden und zu hören.</p>
<p>Der Wechsel von Sammeln zu Verteilen ist auch ein wesentlicher Teil der Wissensgesellschaft. Was für Musikstücke gilt für wissenschaftliche Artikeln, für viele – wenn auch nicht alle – Bücher, für Pressenachrichten, für die Adresse von Hotels, die uns gefallen haben, und für viel mehr. Der Wechsel von Sammeln zu Verteilen hat Folgen für die Software, die wir benötigen. Semantische Suchmaschine für verschiedenen Lebensalgen und Aufgaben ersetzen nach und nach Regale und Schränke. Wiedergabeliste, die mit Bekannten oder Kollegen geteilt werden können, sind die natürliche Ergänzung der semantischen Suche. Suche, Semantik und soziale Medien sind dabei die Zukunftstechniken.</p>
<p><a title="François Bry" href="http://pms.ifi.lmu.de/mitarbeitewr/bry" target="_blank">FB</a></p>
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		<title>Kopfschmerzen in Nordrhein-Westfalen</title>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2012 05:17:11 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Forschung]]></category>

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		<description><![CDATA[In Nordrhein-Westfalen will die Regierung, dass Professoren an Technischen Hochschulen (oder Hochschulen für Angewandte Wissenschaft), wie die Fachhochschule nun heißen, Promotionen betreuen. Da aber das geltende Hochschulrecht dies nicht zulässt, möchte die Regierung, dass Universitätsprofessoren zusammen mit Professoren an Technischen Hochschulen (oder Hochschulen für Angewandte Wissenschaft) Promotionen gemeinsam betreuen. Zwei Probleme stellen sich. Erstens lässt das sehr hohe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Nordrhein-Westfalen will die Regierung, dass Professoren an Technischen Hochschulen (oder Hochschulen für Angewandte Wissenschaft), wie die Fachhochschule nun heißen, Promotionen betreuen. Da aber das geltende Hochschulrecht dies nicht zulässt, möchte die Regierung, dass Universitätsprofessoren zusammen mit Professoren an Technischen Hochschulen (oder Hochschulen für Angewandte Wissenschaft) Promotionen gemeinsam betreuen.</p>
<p>Zwei Probleme stellen sich. Erstens lässt das sehr hohe Lehrdeputat Professoren an Technischen Hochschulen kaum Zeit für Forschung geschweige denn für die zeitintensive Betreuung von Promotionen. Zweitens müssen Forschungsthemen gefunden werden, die den beiden betreuenden Professoren ausreichend bekannt sind. Dies erweist sich oft als schwierig: Wer wenig wissenschaftlich forscht, ist auf wenigen Bereichen der wissenschaftlichen Forschung ausgewiesen.</p>
<p>Die Forderung der nordrhein-westfälischen Regierung bereitet Universitätsprofessoren des Landes Kopfschmerzen erstens, weil sie nicht sehen, wie sie erfüllen können; zweitens weil einige unter ihnen meinen, diese Forderung sei die Einleitung eines höheren Lehrdeputats für Universitätsprofessoren und somit des Abbaus der universitären Forschung im Lande, also einer sehr wesentlichen Veränderung des Berufes, den sie ausgewählt hatten.</p>
<p>Die Forderung der nordrhein-westfälischen Regierung bereitet Universitätsprofessoren des Landes auch deswegen Kopfschmerzen, weil ihre Kollegen der Technischen Hochschulen wenig  Begeisterung die ihnen unvertraute zusätzliche Arbeit, die die Landesregierung ihnen geben möchte.</p>
<p>Warum denn lassen sich Professoren von Regierungen diktieren lassen, wie sie lehren und forschen sollen? Ganz einfach weil die Regierungen das schlagkräftigste aller Argumenten haben: Sie können einer Hochschule den Geldhahn einfach zudrehen, wenn sie nicht gehorcht.</p>
<p><a title="François Bry" href="http://pms.ifi.lmu.de/mitarbeiter/bry" target="_blank">FB</a></p>
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		<title>Hervorragende Forschungsvermarktung</title>
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		<pubDate>Thu, 03 May 2012 09:51:35 +0000</pubDate>
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<p><a title="François Bry" href="http://pms.ifi.lmu.de/mitarbeiter/bry" target="_blank">FB</a></p>
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		<title>schavanplag: Werk eines Einzelnen?</title>
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		<pubDate>Thu, 03 May 2012 06:50:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>FB</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Gegenteil zu Guttenplag, Vroniplag, Plagipedi, Initiativen Transparenten Wissenschaft / AntiPlag Austria wird schavanplag von keiner Wiki-Software verwaltet sondern von einem Blog-Software. Auffällig ist auch, dass die Möglichkeit, Kommentare zu verfassen, auf schavanplag ausgeschaltet ist, dass alle Beiträge auf schavanplag innerhalb von zwei Tagen hoch geladen worden sind und dass schavanplag die Ich-Form verwendet. Die Vermutung liegt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Gegenteil zu <a title="Guttenplag" href="http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/GuttenPlag_Wiki" target="_blank">Guttenplag</a>, <a title="Vroniplag" href="http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Home" target="_blank">Vroniplag</a>, <a title="PlagiPedi" href="http://de.plagipedi.wikia.com/wiki/PlagiPedi_Wiki" target="_blank">Plagipedi</a>,<a title="Initiative Transparente Wissenschaft" href="http://de.antiplagaustria.wikia.com/wiki/Initiative_Transparente_Wissenschaft_Wiki" target="_blank"> Initiativen Transparenten Wissenschaft / AntiPlag Austria</a> wird <a title="schavanplag" href="http://schavanplag.wordpress.com/" target="_blank">schavanplag</a> von keiner Wiki-Software verwaltet sondern von einem Blog-Software. Auffällig ist auch, dass die Möglichkeit, Kommentare zu verfassen, auf schavanplag ausgeschaltet ist, dass alle Beiträge auf schavanplag innerhalb von zwei Tagen hoch geladen worden sind und dass schavanplag die Ich-Form verwendet.</p>
<p>Die Vermutung liegt nahe, dass schavanplag das Werk einer einzelnen Person – eines Hochschullehrers? – ist. Es muss natürlich nicht unbedingt der Fall sein. Wenn nicht, dann hat die Gruppe hinter schavanplag sich tarnen wollen und keine Spuren ihrer Zusammenarbeit im Web hinterlassen wollen.</p>
<p>Gründe dafür könnten sein, dass die schavanplag-Autoren keine Vorwarnung geben wollten und ein schnelles Handeln der zuständigen Fakultät fördern wollten, was politische und/oder hochschulpolitische Absichten haben mag. Ein weiterer Grund für eine Tarnung könnte natürlich auch die Furcht vor Repressalien sein.</p>
<p>Der Alleingang bei einer solchen Aufgabe ist gefährlich und ungewöhnlich. Bei der Auswertung einer wissenschaftlichen Arbeit verlassen sich Wissenschaftler nie auf das eigene Urteil und auch nie auf das Urteil von nur wenigen. Eine der wichtigsten Grundlage wissenschaftlicher Arbeit ist eben, dass die Meinung eines Einzelnen – auch die eigene Meinung – mit großer Vorsicht zu geniessen ist. Sind also die Autoren von schavanplag keine Wissenschaftler?</p>
<p><a title="François Bry" href="http://pms.ifi.lmu.de/mitarbeiter/bry" target="_blank">FB</a></p>
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		<title>Noteninflation</title>
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		<pubDate>Thu, 03 May 2012 05:23:09 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Lehre]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern habe ich von Kollegen erfahren, dass auch die Bologna-Noten Inflationsgefährdet sind. Der Grund ist, dass es keine hochschulübergreifende Ver- und Angleiche der Noten gibt. Wird in einem Studiengang großzügiger als sonst wo in Europa benotet, so gelten die Absolventen dieses Studiengangs im Europa-weiten Vergleich als die besten. In Köln, wenn ich mich erinnere, sind Absolventen eines [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern habe ich von Kollegen erfahren, dass auch die Bologna-Noten Inflationsgefährdet sind. Der Grund ist, dass es keine hochschulübergreifende Ver- und Angleiche der Noten gibt. Wird in einem Studiengang großzügiger als sonst wo in Europa benotet, so gelten die Absolventen dieses Studiengangs im Europa-weiten Vergleich als die besten.</p>
<p>In Köln, wenn ich mich erinnere, sind Absolventen eines Informatik-Bachelor-Studiengangs an einer Technischen Hochschule oder Hochschule für Angewandte Wissenschaft – wie die Fachhochschule heute heißen – besonders gut und deutlich besser als die Absolventen des Informatik-Bachelor-Studiengang der Universität benotet worden. Die Folge war, dass die ersteren alle Plätze im Master-Studiengang der Universität nicht nur bekamen, sondern bekommen müssten.</p>
<p>Der Kollege sagte, dass mit einer Betrachtung der Lehrinhalten, die zwangsläufig an der Hochschule und an der Universität nicht identisch sind, letztendlich doch Universitätsabsolventen in den Master-Studiengang aufgenommen werden konnten.</p>
<p>Der Vorfall zeigt ein Mangel der Bologna Reform: Noten sind nicht gleich Noten. Ohne Notenvergleich, werden die Bologna-Abschlüsse zu einer Noten-Inflation führen. Die einfachste Weise zu vermeiden, dass die eigenen Absolventen im hochschuleigenen Master-Studiengang aufgenommen werden, ist den besten unter ihnen eben ihnen die bestmöglichen Noten zu geben.</p>
<p>In früheren Artikel <a title="erlebt: Währungsstabilität" href="http://www2.pms.ifi.lmu.de/erlebt/?p=6553" target="_blank">Währungsstabilität</a> habe ich argumentiert, dass die Bologna-Reform einen Bildungsstabilitätspakt benötigt. Sie verlangt auch eine Bekämpfung der Noteninflation vermutlicham Besten durch die selbe Aufnahmeprüfung für alle Master-Studiengänge eines Faches.</p>
<p><a title="François Bry" href="http://pms.ifi.lmu.de/mitarbeiter/bry" target="_blank">FB</a></p>
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		<title>schavanplag: Müssen die Plagiatjäger ihre Identität preisgeben?</title>
		<link>http://www2.pms.ifi.lmu.de/erlebt/?p=6572</link>
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		<pubDate>Wed, 02 May 2012 17:33:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>FB</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf schavanplag wird der Vorwurf erhoben, die Bundesbildungsministerin Annette Schavan hätte mit ihrer 1980 veröffentlichten Dissertation einen Plagiat begangen. Die Politikerin bestreitet das und fordert die Plagiatjäger auf, ihre Identität bekannt zu machen.  Müssen sie das tun? Die Wissenschaftsethik verlangt es aus meiner Sicht nicht. Selbstverständlich wäre es ein Fall von Verleumdung, wenn die Vorwürfe völlig unbegründet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf <a title="schavanplag" href="http://schavanplag.wordpress.com/" target="_blank">schavanplag</a> wird der Vorwurf erhoben, die Bundesbildungsministerin Annette Schavan hätte mit ihrer 1980 veröffentlichten Dissertation einen Plagiat begangen. Die Politikerin bestreitet das und fordert die Plagiatjäger auf, ihre Identität bekannt zu machen.  Müssen sie das tun?</p>
<p>Die Wissenschaftsethik verlangt es aus meiner Sicht nicht. Selbstverständlich wäre es ein Fall von Verleumdung, wenn die Vorwürfe völlig unbegründet wären. In dem Fall könnte es ein Fall für die Justiz werden, wenn Annette Schavan wegewn Veleumdung klagen würde. In dem Fall müsste die Justiz die Identität der Plagiatjäger versuchen aufzudecken.</p>
<p><a title="François Bry" href="http://pms.ifi.lmu.de/mitarbeiter/bry" target="_blank">FB</a></p>
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		<title>Währungsstabilität</title>
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		<pubDate>Wed, 02 May 2012 08:17:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>FB</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lehre]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www2.pms.ifi.lmu.de/erlebt/?p=6553</guid>
		<description><![CDATA[Eine der wichtigsten Eigenschaft einer Währung ist ihre Stabilität. Verliert eine Währung an Wert oder Glaubwürdigkeit – ein Verlust des einen führt zum Verlust des anderen –, so ist der gesamte Wirtschaftsraum dieser Währung gefährdet. &#8220;Das wissen wir!&#8221; werden die Lesers dieses Blogs dazu meinen, &#8220;was hat denn die Euro-Krise mit den Berufserlebnissen eines Akademikers?&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine der wichtigsten Eigenschaft einer Währung ist ihre Stabilität. Verliert eine Währung an Wert oder Glaubwürdigkeit – ein Verlust des einen führt zum Verlust des anderen –, so ist der gesamte Wirtschaftsraum dieser Währung gefährdet.</p>
<p>&#8220;<em>Das wissen wir!</em>&#8221; werden die Lesers dieses Blogs dazu meinen, &#8220;<em>was hat denn die Euro-Krise mit den Berufserlebnissen eines Akademikers?</em>&#8221;</p>
<p>Viel. Die Währung, die ich in der Einleitung dieses Artikels gemeint habe ist nicht der Euro, sondern der ECTS-Punkten. Die Europa-weite Anerkennung von EPTS stellt die Frage, ob ein an der Hochschule A erworbener ECTS-Punkt einem an er Hochschule B erworbenen ECTS-Punkt gleichwertig ist.</p>
<p>Der Wertgefälle kann gewaltig sein – interessanterweise zum Lasten südeuropäischen Ländern. Wer daran zweifelt, sollte den Artikel &#8220;<em><a title="Le Monde: Antoine Leca: Université : licences à vendre" href="http://www.lemonde.fr/idees/article/2012/04/30/universite-licences-a-vendre_1691798_3232.html#xtor=AL-32280397" target="_blank">Université : licences à vendre</a></em>&#8221; von Antoine Leca, einem Professor an der Fakultät für Rechts- und Politikwissenschaften der Universität Aix en Provence, in <a title="Le Monde" href="http://lemonde.fr" target="_blank">Le Monde</a> vom 30.4.2012 lesen. Der Artikerl berichtet von unerträglichen Umstände an französischen Universitäten – unter anderem von Klausuren ohne Aufsicht -, die niemand von der politischen Klasse stört, weil ihre Kinder nicht in den Universitäten, sondern in den Grandes Écoles studieren. </p>
<p>Die Währungsstabilität der ECTS-Punkte ist ein bisher kaum gesprochenes Problem. Sie wird genauso wenig wie die Stabilität des Euro gewährleistet werden, so lange manche Statten des gemeinsamen Währungsraums ihre Verpflichtungen vernachlässigen. Am kommenden Sonntag wird in Frankreich gewählt. Die &#8220;Bildungsqualität&#8221; an ECTS-Punkte vergebenden französischen Universitäten wurde während dem Wahlkampf kaum besprochen. Kein der beiden Kandidaten, die das Rennen um das Präsidialamt gewinnen können, haben darüber etwas gesagt. Der oben erwähnte Artikel von Antoine Leca ist ein Notruf. Es ist Zeit, für deutsche und andere europäische Hochschulen, nicht länger zu dulden, dass einige europäische Länder wie Frankreich den Wert und die Glaubwürdigkeit der Währung ECTS gefährden.</p>
<p><a title="François Bry" href="http://pms.ifi.lmu.de/mitarbeiter/bry" target="_blank">FB</a></p>
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		<title>Backstage: Die experimentelle Auswertung hat begonnen</title>
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		<pubDate>Wed, 02 May 2012 06:52:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>FB</dc:creator>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Lehre]]></category>

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		<description><![CDATA[Vorgestern wurde Backstage, ein speziell für die Massenlehre entwickeltes Backchannel, in einer Vorlesung verwendet. Das Experiment soll sich über das ganze Semester ausstrecken und dazu dienen, auszuwerten, inwieweit die Massenlehre dadurch verbessert oder sonst wie beeinflusst &#160;wird. Mit Backstage können die Hörer die Folien mit Fragen, Antworte zu den Fragen und Hinweise ergänzen. Neben Fragen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vorgestern wurde Backstage, ein speziell für die Massenlehre entwickeltes Backchannel, in einer Vorlesung verwendet. Das Experiment soll sich über das ganze Semester ausstrecken und dazu dienen, auszuwerten, inwieweit die Massenlehre dadurch verbessert oder sonst wie beeinflusst &nbsp;wird.</p>
<p>Mit Backstage können die Hörer die Folien mit Fragen, Antworte zu den Fragen und Hinweise ergänzen. Neben Fragen können die Hörer dem Dozenten mitteilen, wenn die Vorlesung für sie zu schnell oder zu langsam ist. Jeder Hörer kann einer Meldung zustimmen oder ablehnen. Wird eine – jederzeit veränderbare – Schwelle überschritten, wo wird die Meldung dem Dozenten auf ein sehr schlichtes Dashboard angezeigt. Es ist also möglich, jedem Hörer mitzuteilen, das die Vorlesung zum Beispiel zu schnell ist, ohne dabei die Vorlesung zu unterbrechen. Erst wenn genug Hörer zustimmen wird der Dozent informiert, der dann immer entscheiden kann, wie er mit der von vielen geteilten Meinung umgeht.</p>
<p>Die Meldungen können nachträglich gelesen und ergänzt werden, was ich gestern Abend tat. Die Meldung dieses ersten Versuches sind hochinteressant. Sie sind zutreffend und meist nützlich sowohl für jeden Student sowie für den Dozenten. Ein paar Witze fanden sich darin und eine Meldung in arabischer Schrift, die – interessanterweise – zu der Aufforderung von einem weiteren Student führt, sich auf Deutsch auszudrücken.</p>
<p>Die Zustimmung würde wenig benutzt, was offenbar daran liegt, dass ich selbst die Schwelle zu hoch gesetzt hatte. Nächste Woche werde ich sie niedriger setzen und dies den Studenten mitteilen. Von den ungefähr 300-320 anwesenden Studenten haben 20-30 Mitteilungen veröffentlicht. Das finde ich einen sehr hohen Anteil: Nicht jeder muss sich selbst ausdrücken insbesondere nicht, wenn was eine oder einer mitteilen möchte bereits mitgeteilt wurde. Es ist mit Wortmeldungen nicht anders: Oft ist eine&nbsp;Wortmeldung nicht mehr nötig, weil jemand anderer den Punkt bereits erwähnt hat.</p>
<p>Ich bin gespannt auf die nächste Vorlesungsstunde und darauf, was Studenten zum Einsatz von Backstage in einem Massenvorlesung meinen.</p>
<p><a title="François Bry" href="http://pms.ifi.lmu.de/mitarbeiter/bry" target="_blank">FB</a></p>
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