Wem gehören meine Daten?

Oktober 18th, 2017

Als Auftakt der Ringvorlesung meiner Universität, der Ludwig-Maximilians-Universität München,  „Big Data and Data Ethics: Möglichkeiten und Gefahren“ fand Abend eine Podiumdiskussion zum Thema „Wem gehören meine Daten?“ statt. Unter der Moderation von Svea Eckert, NDR Journalistin und Autorin, sprachen Dr. Andreas Dewes, Datenanalyst und Gründer des Berliner Startups 7scientists GmbHDr. Shivaji Dasgupta, Datenanalyst bei der Versicherungskammer Bayern, Prof. Dr. Thomas Petri, der Bayerischer Landesbeauftragter für den Datenschutz (BayLfD) und Prof. Dr. Thomas Augustin vom Institut für Statistik der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Die Sorge um den Datenschutz ist im deutschsprachigen Raum besonders ausgeprägt, was positive Aspekte hat. Ein negativer Aspekt davon ist allerdings die verbreitete Fixierung auf eine individuelle, personenbezogene Sicht des Datenschutzes. So war es gestern auch während der Podiumdiskussion. Es ging nur um „meine“ Daten und nie um „unsere“ Daten.

Die individuelle Sicht hindert daran, die soziale Dimension des Datenschutzes zu sehen. Man sieht die Bäume, die persönlichen Interessen. Der Wald, die Interessen der Gesellschaft, wird übersehen.

Wenn zum Beispiel aus Daten über den Verlauf „meiner“ Krankheit andere geheilt werden können, kann ich darauf beharren, alleine über die Auswertung „meiner“ Daten bestimmen zu dürfen? Ähnliche Beispiele gibt es zuhauf – und sie sind hochaktuell. Wie es mit den Daten über „meine“ Lernleistungen als Student? Oder über die Daten über „meine“ Fahrweise, deren Auswertung zu Vermeidung von Unfällen bei anderen Menschen führen kann? Gehören mir alleine meine Genom-Daten, deren Auswertung die Heilung von anderen ermöglicht? Ist es nicht einer Art unterlassene Hilfeleistung, wenn ich aus welchen Gründen auch darauf beharren, alleine über die Verwendungen solchen Datenentscheiden zu dürfen? Gehören mir also solche Daten?

Und wie steht es mit Daten über allgemeine Güter, wie etwa die Sprache, die eine Gesellschaft spricht? Derzeit wird aus der Verwendung von Sprachen durch Gesellschaften wertvolle private Güter, Software zur Spracherkennung und -Übersetzung, erstellt. Einerseits erscheint es als angebracht, dass diejenigen, die sich die Mühe machen, solche Software zu erstellen, Besitzer dieser Software sind und damit Geld verdienen. Andererseits werden solche Software dadurch erstellt, dass den Mitglieder einer Gesellschaft „über die Schulter“ geschaut werden. Konkret werden unter anderem Dokumente in verschiedenen Sprachen bei der Europäischen Kommission und beim Europäischen Patentamt von einem privaten US-Konzern dafür verwendet. Der Gedanke drängt sich auf, dass dies eine neue Form der Tragik der Allmende darstellt.

Gestern stellte die Moderatorin, Frau Eckert, die Frage, ob es nicht bedenklich ist, dass meine Universität, die Ludwig-Maximilians-Universität München, seine Video-Lehrangebote bei einem privaten Unternehmen, Coursera, stellt, so dass die Daten über die Lernleistungen ihrer Studierenden bei diesem Unternehmen landen und zum finanziellen Nutzen dieses Unternehmens ausgewertet werden. Damit gab Frau Eckert die Möglichkeit, die oben erwähnte neue Tragik der Allmende zu besprechen. Leider erkannte kein Teilnehmer an der Podiumdiskussion die Tragweite der Frage.

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Betreibt Google Volksverhetzung?

Dezember 11th, 2016

Gestern habe ich berichtet, wie die Anfragevervollständigung von Google den Satz „Muslime sind“ derzeit wie folgt ergänzt:

  • „dumm“
  • „gefährlich“
  • „nicht integrierbar“
  • „Rassisten“
  • „böse“

Betreibt damit Google Volksverhetzung? Ich meine ja, wenn auch ich kein Jurist bin und folglich mich irren kann. Volksverhetzung ist im § 130 Absatz 1 des Strafgesetzbuchs wie folgt definiert:

Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,

  • gegen eine nationale, rassische, religiöse oder durch ihre ethnische Herkunft bestimmte Gruppe, gegen Teile der Bevölkerung oder gegen einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung zum Hass aufstachelt, zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen auffordert oder
  • die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er eine vorbezeichnete Gruppe, Teile der Bevölkerung oder einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet,

wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

Bekanntlich beruht die Anfragevervollständigung von Google auf Anfragen von Google-Nutzern – siehe u.a. das folgende Zitat von Google aus dem Artikel vom 6. April 2011 „How Google Instant’s Autocomplete Suggestions Work“ in Search Engine Land:

We believe that Google should not be held liable for terms that appear in Autocomplete as these are predicted by computer algorithms based on searches from previous users, not by Google itself. 

Es ist nicht dagegen einzuwenden, dass niemand sich der Volksverhetzung schuldig macht, der einen Überblick über extremistische Meinungen ausarbeitet und veröffentlicht. Wer aber in Privatgespräche volksverhetzende Meinungen erfährt und sie dann als vertretbare Standpunkte veröffentlicht, kann zweifelsohne dadurch den öffentlichen Frieden stören.

Genau das scheint mir die Anfragevervollständigung von Google zu tun: Die Suchanfragen an Google, die Grundlagen der Anfragevervollständigung sind, hat Google nicht aus Veröffentlichtes gesammelt. Sie sind wie „Privatgespräche“ zwischen Google-Nutzern und der Suchmaschine. Die Veröffentlichung erfolgt erst durch Google mit der Veröffentlichung seiner daraus abgeleiteten Vorschlägen zur Anfragevervollständigung.

Die Tatsache, dass Google Algorithmen für die Anfragevervollständigung verwendet, ist irrelevant. Wenn es nicht so wäre, so würde sich niemand strafbar machen, der volksverhetzenden Aussagen aus Privatgespräche sammelt, mit Algorithmen irgend wie ausarbeitet – z.B. alphabetisch sortiert -, und dann als vertretbare Meinungen veröffentlicht.

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Ein Spiegel unserer Gesellschaft

Dezember 10th, 2016

Die Autovervollständigung von Google beruht auf die meist-gestellten Suchanfragen. Sie liefert einen Spiegel unserer Gesellschaft.

Heute, dem 10. Dezember 2016, um 19:31 Uhr schlug die Autovervollständigung von Google den Satz „Muslime sind“ wie folgt zu ergänzen:

  • dumm
  • gefährlich
  • nicht integrierbar
  • Rassisten
  • böse

Ist es akzeptabel, dass eine Software solche Vorurteile verbreitet? Sicherlich nicht.

Kann das vermieden werden? Sicherlich ja. Eine Software, die wenn nicht alle zumindest viele fragliche Vervollständigungen aufspüren würde, wäre nicht schwierig zu realisieren. Google verfügt zweifelsohne über das Know-How dafür und die mittel dazu.

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Die richtigen Worte suchen oder unbedacht plappern?

Dezember 3rd, 2016

Es ist oft schwierig, die richtigen Worte zu finden!

Neulich habe ich beim Festakt eines österreichischen Gymnasiums gehört,  wie „die Schüler jüdischen Glaubens unseres Gymnasiums, die in der Nazi-Zeit das Gymnasiums verlassen müssten„, erwähnt wurden.  Während der Veranstaltung, die eineinhalb Stunden lang gedauert hat, wurde über diese Schüler nichts Weiteres gesagt. Ob diese Gymnasiasten ausführlicher hätten erwähnt sollen, kann lange debattiert werden. Es steht aber außer Debatte, dass der oben erwähnte Satz unpassend war.

Erstens, mussten die erwähnten Schüler leider nicht nur das Gymnasium verlassen, sondern auch sterben, sogar in schrecklichen Weise sterben. Ob einige überlebt haben, ist mir unbekannt. Vermutlich wenn überhaupt nur sehr wenige, weil bekanntlich die zuständigen Behörden der österreichischen Stadt damals sehr „effizient“ waren. Nur einen im Vergleich harmlosen Teils eines schrecklichen Schicksals zu erwähnen, ist unpassend!

Zweitens waren nicht alle, vermutlich sogar die Mehrzahl der erwähnten Schüler, gar nicht „jüdischen Glaubens“. Haarsträubende Gesetze hatten sie zu „Juden“ gemacht und verneint, was einige von ihnen von sich selbst meinten. Mit Sicherheit sahen sich einige der vom Gymnasium verwiesenen Schüler nicht als „Juden“, sondern als „Katholiken“. Das üble am Rassismus ist eben, Menschen in Kategorien zu bringen, die für diese Menschen selbst nur teilweise oder gar nicht zutreffend oder relevant sind. Rassistische Kategorien sollten nicht übernommen werden, wenn Opfer des Rassismus gedacht werden!

Es ist zweifelsohne oft schwierig, die richtigen Worte zu finden. Deswegen sollten wir, Lehrer, uns bemühen, die richtige Worte zu suchen, statt unbedacht zu plappern.

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Hätte wegen des Amoklaufes die Klausur verschoben werden sollen?

August 26th, 2016

Am Freitag, dem 22. Juli 2016, tötete ein Amokläufer in München neun Menschen und verletzte vier weiteren Personen. Weitere 32 Personen verletzten sich auf der Flucht oder bei Paniken, die in der Münchner Innenstadt ausbrachen. Ein paar Stunden lang war die Stadt in Ausnahmezustand. Am Dienstag, dem 26.7.2016, also vier Tage nach dem Amoklauf veranstalte meine Arbeitsgruppe eine Klausur. Hätten wir die Klausur verlegen sollen?

Es steht außer Frage, dass jemand wegen den schrecklichen Ereignissen vom
22. Juli 2016 in seiner Arbeits- und insbesondere Prüfungsfähigkeit eingeschränkt sein kann. Es ist auch durchaus möglich, dass jemand nicht in der Lage ist, ein paar Tage nach schrecklichen Ereignisse welcher Art auch eine Klausur zu bestehen. Jedoch bin ich der Meinung, dass es richtig und angebracht war, die Klausur am 26.7.2016 wie geplant zu veranstalten. Diese Meinung begründe ich wie folgt.

Erstens wäre ein Alleingang von meiner Arbeitsgruppe problematisch gewesen. Ob nach einem solchen Ereignis Klausuren verschoben werden sollten, sollten nicht die einzelne Dozenten entscheiden, sondern die Hochschule, weil sonst schnell Chaos herrschen konnte. In Ermangelung einer Anweisung der Universitätsleitung, Klausuren zu verschieben, mussten wir die Klausur veranstalten.

Zweitens ist es wichtig, dass nach einem solchen Ereignis das gesellschaftliche Leben so sich schnell wie möglich normalisiert. Es wäre vermutlich angebracht gewesen, eine Klausur am Samstag, also am Tag nach dem Amoklauf nicht zu veranstalten. Vier Tage danach wussten alle seit minderstens drei Tagen, dass in München keine besondere Gefahr mehr herrschte. Eine Klausur konnte also stattfinden.

Diejenigen, die wegen des Ereignisses an der Klausur nicht teilgenommen haben oder daran teilgenommen haben aber wegen des Ereignisses sie nicht bestehen haben, werden nicht im Stich gelassen: Sie können an der Nachholklausur teilnehmen. In begründeten Fällen wird jeder Prüfling, der wegen der Ereignissen die Klausur nicht bestehen konnte,auf Antrag beim Prüfungsamt das nötige zusätzliche Studiumssemester erhalten, um an der Nachholklausur teilnehmen zu können.

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Vorbereitung auf den Ernstfall: https statt http

August 25th, 2016

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt auf der Webseite „Essen und Trinken bevorraten“ einen Vorrat an Lebensmitteln und Getränken für zwei Wochen in jedem Haushalt zu haben.

Darüber, ob der Ratschlag angebracht ist, wird gestritten. Unbemerkt ist aber, dass sämtliche Behörden und Ministerien ihre Empfehlung an die Bevölkerung in Webseiten veröffentlichen, deren Adressen mit http anfangen. So können geschickte Häcker die Inhalte verändern, bevor sie in den Browser der Bürger angezeigt werden. 

Behörden und Regierungen sollten Webseiten mit https- statt http-Adressen verwenden. https-Adressen sind daran erkennbar, dass sie im Browser mit einem Schloss angezeigt werden. https-Adresse stellen nicht nur sicher, dass die zwischen Browser und Server ausgetauschte Daten verschlüsselt werden, sondern auch erstens dass Browser eine Warnung statt eine abgeänderte Webseite anzeigen. Sowohl ganz oder teilweise abgeänderte Inhalte wie auch eine Umleitung auf einen anderen Server sind bei https-Adressen für alle erkennbar, bei http-Adressen jedoch nicht.

Im Ernstfall – bei einem Amoklauf, bei einer Umweltkatastrophe oder bei einem politisch oder sonst wie motivierten Angriff – ist es am wichtigsten, die Bevölkerung schnell und richtig zu informieren. Dafür ist heute das Internet das bestmögliche Medium, weil viele ein Smartphone in der Tasche haben, und nicht zuletzt, weil es für die Kriegsführung konzipiert wurde und somit äußerst Resistent auf den Ausfall von einigen Datenserver.

Daraus lässt sich ableiten, dass die Veränderung von Anweisungen und Ratschläge an die Bevölkerung eine der wahrscheinlichsten Angriffsformen, womit zu rechnen ist. Regierungen und Behörde, die ihre Verantwortung im Ernstfall ernst nehmen müssen nachrüsten: Mit einer Umstellung ihrer Servern von http auf https. Aus meiner Sicht wäre es dringender nötig, als Getränke und Lebensmittel für zwei Wochen zu Hause zu horten.

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Eine ehrliche Lehrevaluation

Juli 13th, 2016

Im Bus hört man ungewollt einiges, was man nicht hätte erfahren sollen:

Erste Studentin: „Kommt du auch in die Vorlesung N.N. von N.N. im Wintersemester?“

Zweite Studentin: „Ich weiss nicht.“

Erste Studentin:  „Die Prüfung gilt als sehr leicht.“

Zweite Studentin: „Wirklich?“

Erste Studentin: „Komm doch. Es wäre nett, zusammen zu sein.“

Zweite Studentin: „Vielleicht.“

Erste Studentin: „Komm, damit wir sprechen können. Der Dozent ist sehr langweilig. Ohne mich mit jemandem austauschen zu können, würde ich es nicht ertragen!“

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Muss ein Berufungsvortrag öffentlich sein?

Juli 12th, 2016

Neulich wurde ich gefragt, ob ein Berufungsvortrag öffentlich sein muss. An einer Hochschule nennt man „Berufungsvortrag“ der wissenschaftliche Vortrag, den jede/r Bewerber/in um eine Professur halten muss.

Ganz eindeutig ist der Brauch nicht nur in Deutschland, sondern auch im ganzen deutschsprachigen Raum, dass Berufungsvorträge öffentlich sind. Nur öffentliche Vorträge ermöglichen, dass wissenschaftliche Mitarbeiter und Studierenden sich eine Meinung über die Bewerber bilden können. Üblich ist auch, dass jede Berufungskommission bei ihrer Entscheidung diese Meinungen erfragt und berücksichtigt. (Man nennt „Berufungskommission“ das Gremium, die über die Besetzung einer Professur der Universitätsleitung eine Empfehlung gibt.)Ganz eindeutig ist auch, dass an meiner Universität, der Ludwig-Maximilians-Universität München Berufungsvorträge üblicherweise öffentlich sind.

Nach dieser Antwort wurde ich noch gefragt, ob an meiner Universität die Berufungsvorträge öffentlich sein müssen. Das bayerische Hochschulgesetz verlangt es nicht und meine Universität scheint keine Regelung über den Ablauf von Berufungen zu haben. Höchstwahrscheinlich lautet also die Antwort, dass an der Ludwig-Maximilians-Universität München ein Berufungsvortrag nicht öffentlich sein muss.

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Der Erfolgskultur die Stirn bieten

Juni 12th, 2016

Erfolg wird in der Kultur sehr hoch gewertet: Wir erwarten von uns selbst einigermaßen erfolgreich zu sein; das erwarten auch von uns unsere Partner, Freunden, Eltern, Kollegen und Arbeitgeber. Erfolg ist überall nötig: Um seiner Familien guten Lebensbedingungen zu geben; seinen Kindern Chancen im Leben; damit das Unternehmen, in dem man arbeitet, weiterhin Arbeitsplätze anbieten kann.

Vermutlich ist das Erfolgsglück beim Mensch und bei anderen Lebewesen angeboren und gehört zu den Tricks der Evolution, um das Überleben sicher stellen. Der Sammler und Jäger, der nach einer mehrstündigen Wanderung die Nüsse findet oder nach einem zweistündigen Rennen den Hasen erlegt, die seiner Gruppe und ihm ein paar Tage lang Nahrung gibt, erlebt zweifelsohne einen sehr starken Erfolgsgefühl. Ein Problem ist aber, dass die große Mehrheit der Menschen heute – zumindest in entwickelten Ländern – Erfolg mit Überleben gar nicht verbinden können. Den Erfolg, den wir noch erleben, betrifft unser Überleben nicht.

Die Erfolgskultur ist folglich weitgehend eine Täuschung: Der Finanzinvestor muss die Rendite immer steigern – über jeden vernünftigen Mass hinaus –, um als erfolgreich zu gelten. Das Autokonzern muss seine Technologie auch dann durchsetzen und verkaufen, wenn sie neue Umweltnormen nicht einhält. Der Wissenschaftler muss immer mehr Aufsätze veröffentlichen, immer mehr Fördergelder einwerben, seine Publikationen müssen immer mehr Zitate erhalten – über jeden vernünftigen Mass hinaus. Viele weitere Beispiele könnte man geben.

Ist es denn verwunderlich, dass es zu Betrügen führt, wie in der Finanzbranche vor zehn Jahren und in der Automotive-Industrie neulich bekannt wurde? Immer wieder werden hoch angesehene Wissenschaftler erwischt, die ihre Karriere zum Teil oder sogar ganz auf Betrug aufgebaut haben. Es ist davon auszugehen, dass früher oder später in der Wissenschaft ähnliches passiert wie in den Finanz- und Automotive-Branchen.

Der eigentliche Betrug, der selten wenn überhaupt angeprangert wird, ist die Erfolgskultur, die uns zu schweigenden Mittäter werden lässt. Die Liquididtätsproblemen der  Investmentbank Bear Stearns waren in Finanzkreisen höchstwahrscheinlich lange bekannt, bevor die beinahe-Pleite der Bank den Auftakt der Großen Rezession gab. (Die Pleite von Bear Stearns wurde künstlich durch u.a. die US-Zentralbank verhindert: „too big to fail“ hieß es damals.) Der Emissionsbetrug beim VW war zweifelsohne weltweit unter Ingenieuren bekannt, die nach dem angeblichen Erfolg von VW, die Emissionen eines Diesel-Motors wesentlich zu verringern, daran arbeiteten, die Technik zu verstehen und ähnliches zu meistern. Was bei Betrügen wie von Bear Stearns und VW eigentlich verwunderlich ist, ist wie lange so viele Menschen geschwiegen haben.

Der wahre Erfolg einer Investmentbank ist nicht die außergewöhnlich hohe Rendite, sondern die Beständigkeit der Rendite. Der wahre Erfolg eines Auto-Konzerns liegt nicht am außergewöhnlich langen Erfolg einer alten Technik, sondern an der rechtzeitigen Erschließung neuer Technologien. Und der wahre Erfolg einer wissenschaftlichen Institution und eines Landes liegt nicht an den außergewöhnlich hohen Zitatenzahlen und eingeworbenen Fördermitteln ihrer Wissenschaftler, sondern an der Fähigkeit Generation nach Generation, hoch kreative und gelegentlich außergewöhnlich produktiven Wissenschaftler auszubilden. Der wahre Erfolg lässt sich nur über Jahrzehnten erkennen.

Wir müssen der derzeitigen Erfolgskultur, die ein Selbstbetrug ist und den Betrug fördert, die Stirn bieten und uns darauf besinnen, was ein wahrer Erfolg ist. Welche Orte sind dafür besser geeignet als Hochschulen?

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Hochschulpolitische Veränderungen in Groß-Britannien

Juni 10th, 2016

Die Britische Regierung hat gerade ein Programm zur Veränderung der Hochschullandschaft in Groß-Britannien dem Parlament vorgestellt und veröffentlicht: „Success in a Knowledge Economy: Teaching Excellence, Social Mobility & Student Choice„.

Die Eckpunkte des langen und diskursiven Berichtes sind meiner Meinung nach wie folgt:

  1. Öffnung der Hochschullandschaft zu neuen Akteuren: „We will make it easier for new high quality challenger institutions to enter the market and award their own degrees.“ (Foreword, page 6)
  2. Bessere Information der (ankommenden) Studierenden über die Studienmöglichkeiten: „We need to address the lack of clear information available to university applicants and the variation in quality and outcomes experienced by some students.“ (Foreword, page 5)

Im Bericht ist es auch davon die Rede, die Forschung durch eine Umorganisation der Forschungsförderung zu stärken. In den angekündigten Maßnahmen erkenne aber nichts anderes als bürokratische Umstrukturierungen und Machtverschiebungen zwischen Behörden. Es lohnt sich also vermutlich nicht, diese Maßnahmen allzu ernst zu nehmen.

Die  angekündigte Öffnung der Hochschullandschaft wird nicht zufällig  mit einem Vokabular aus der Wirtschaft angekündigt: Wie der Minister im Vorwort schreibt, es geht um die Öffnung eines Marktes für neue Wettbewerber. Diese Entwicklung soll nicht überraschen: Die öffentlichen Hochschulen von Europa sind seit Jahrzehnten von hohen Studierendenzahlen, einem dramatischen Ressourcenmangel, eine erschütternde Ideenlosigkeit, und einer ineffizienten Verwaltung geplagt. In den USA sind neue Lerhrformen entstanden –  Stichwort „MOOCs“ – und weitere werden entwickelt und erprobt, eine Entwicklung, die Geld kostet und nun Absatz liefern soll. Dieser Druck entlädt sich zuerst ganz natürlich zuerst auf das große Englisch-sprechende Land.

Das Ziel, ankommende Studierenden besser über die Lehrangebote zu informieren ist gut. Die Britische Regierung will dafür eine neue Behörde schaffen: ein „Office for Student“. Das halte ich für ungut. Viel vernünftiger wäre es, jede Hochschule per Gesetz dazu zu verpflichten, brauchbaren Statistiken in einem festgelegten einfachen Format zu veröffentlichen – über Lehr- und Verwaltungspersonal, über die Studierenden Zahlen, über die zur Verfügung stehenden Infrastruktur wie Flächen,  über den Anteil der Studienabbrecher, über die Studiendauer, usw. Und all dies für die gesamte Hochschule, für jede Fakultät und für jeden Studiengang. Werden einmal solche Zahlen flächendeckend veröffentlicht, dann kann, wer es will, seinen eigenen Überblick nach eigenen Kriterien erstellen – u.a. frei von politischen Interesse.

Hoffentlich kommt es den EU-Verantwortlichen in den Sinn, eine solche Offenlegung zu verlangen. Das wäre gleichermaßen ein Beitrag zum Verbraucherschutz, zur europäischen Integration und zur Verbesserung der Qualität der Lehre.

Die Gesetzesnovellen aus Groß-Britannien, die mit dem Bericht „Success in a Knowledge Economy“ angekündigt werden,  werden nach und nach auf Europa wirken. Früher oder später wird jede europäische Regierung ebenfalls neue wirtschaftliche Wettbewerber in der Hochschulbildung zulassen. Dafür sprechen viele Argumente: Die hohe Kosten der Hochschulen, die Ineffizienz der öffentlichen Hochschulen, der steigende Anzahl an Studierenden, und die erschütternde partei-übergreifende Ideenlosigkeit, was die Bildungspolitik angeht.

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Bitte nicht weiter sagen! Darüber spricht man nicht…

Juni 9th, 2016

Wenn der Preis für einen Parkplatz, oder für eine Busfahrt, oder für ein Brot in der selben Bäckerei, oder die Einkommensteuer stark und ohne nachvollziehbaren Gründen variieren würden, dann gäbe es zweifelsohne Ärger.

Große Schwankungen in Prüfungsnoten gibt es in vielen – in den meisten? – Studiengängen, ohne dass sie irgend jemand dafür aufregt.

Es ist nichts dagegen einzuwenden, dass die Prüfungsnoten zu verschiedenen Lehrveranstaltungen verschiedenen verteilt sind. Es fällt zum Beispiel den meisten Informatik-Studierenden schwerer, eine Prüfung in Analysis als in Betriebssystemen zu bestehen. Die unterschiedlichen Schwierigkeiten von unterschiedlichen Prüfungen spiegeln sich ganz natürlich in den Prüfungsnoten.

Wenn aber zwei Lehrveranstaltungen mit ein paar Hundert Hörern im selben Studiengangs sich ausschließlich durch einen zeitlichen Abstand von wenigen Semestern und durch die Dozenten unterscheiden, dann darf man erwarten, dass ihre Prüfungen ähnliche Notenverteilungen liefern.

Interessanterweise ist nicht immer so. In nicht wenigen Studiengängen können gewaltigen Schwankungen in den Prüfungsnoten festgestellt werden: Mit einem Dozenten bestehen mancherorts über 80% der Studierenden die Prüfung, mit einem anderen Dozenten weniger als 20%.

Interessanterweise regt sich niemand darüber auf. Wieso nicht? Weil kaum Statistiken veröffentlich werden. Wieso veröffentlichen Hochschulen kaum Daten über ihren Betrieb – etwa wie die Bahn über die Pünktlichkeit ihrer Züge? Es würde sehr wenig Arbeit kosten. Und nichts würde besser zur Qualität der Lehre beitragen.

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Der Niedergang von Blablacar

Juni 8th, 2016

Die beliebte Webplattform Blablacar für Mitfahrgelegenheiten schränkt die Absprachemöglichkeiten zwischen Fahrer und Fahrgast ein: Vor  einer festen – und bezahlten Buchung ist die Kommunikation kaum noch möglich und in Zukunft soll nur noch online – über Kreditkarten, Paypal oder ähnliches – bezahlt werden.

Der Sinn der Einschränkung ist klar: Sie sollen sicher stellen, dass Fahrer und Fahrgast nicht länger unter Verwendung der Plattform aber ohne der Plattform einen Anteil abzugeben eine Fahrvereinbarung abschließen.

Wie verständlich es ist, dass Blablacar an seiner Webplattform verdienen möchte, mißachtet das Unternehmen eine eiserne Regel der Mitmachökonomie: Am wertvollsten sind die Nutzer, nicht die Software. Eine ähnliche Plattform kann schnell entstehen, auf die die derzeitige Blablacar-Nutzer wechseln können.

In der Mitmachökonomie gibt es zwei Geldquellen:

  • Die Nutzer-Daten
  • Zusätzliche Dienste über ein Freemium-Modell

Beide Quellen stehen Blablacar offen – noch. Bleibt  Blablacar bei seiner Entscheidung, dann wird es nur so lange weiterleben, bis ein Konkurrent auftaucht. Der Niedergang von Blablacar ist so also so gut wie sicher.

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Vorstrafe verhindert eine Promotion nicht unbedingt

Mai 31st, 2016

Wie im Wikipedia-Artikel „Doktor“ zu lesen ist, „den meisten Promotionsordnungen zufolge kann ein Promotionsverfahren nur dann eröffnet werden, wenn der Doktorand ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegt oder Angestellter der Universität ist“. Heißt es also, dass vorbestrafte Personen nicht promoviert werden dürfen?

Das hatte ich zu meiner großen Überraschung erfahren und fand es unangebracht. Im Artikel „Muss die Zulassung zur Promotion geändert werden?“ habe ich 2011 die Meinung vertreten, dass „die Vergabe eines Doktor-Titels nichts im Geringsten damit zu tun haben sollte, ob jemand Straftaten begangen hat oder nicht, sondern ausschließlich mit wissenschaftlichen Leistungen“.

Das Bundesverwaltungsgericht hat sich neulich dieser Sichtweise angeschlossen: „Versagen darf die Universität die Promotion nur, wenn die strafrechtlichen Verfehlungen einen unmittelbaren Bezug zu der mit dem Doktorgrad verbundenen fachlich-wissenschaftlichen Qualifikation haben“ hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden, wie im n-tv-Artikel „Gefährdet Straftat den Doktortitel?“ vom 30.09.2015 zu erfahren ist.

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Die Ethik ist keine Kirsche auf dem Kuchen

Mai 24th, 2016

Die Ethik ist keine Kirsche auf dem Kuchen. Entweder bemüht man sich um ein ethisches Handeln, was ein Durchdringen des ethischen  Denkens überall voraussetzt, oder man lässt es ganz. Ein bisschen Ethik als Opfergabe auf dem Altar der öffentlichen Meinung ist schlichtweg eine Lüge.

Gestern auf dem Weg in eine Vorlesung habe ich im Lichthof meiner Universität, der Ludwig-Maximilians-Universität München, an einer besonders sichtbaren Stelle einen Stand einer großen Schweizer Bank gesehen. Es fand nämlich gestern an meiner Universität die „Career Talk 2016“ statt – unter dem Motto  „Grenzenlose Karrieren zwischen Global Player und Local Hero“.

Die große Schweizer Bank, die UBS, deren Stand ich gestern sah,  wurde in den letzten Monaten als Hauptakteurin einer rechtswidrigen Anstiftung zur Steuerhinterziehung in der Europäischen Union insbesondere in Frankreich entlarvt. Ich sehe nicht, was eine dermaßen belastete Bank auf einer Informationsveranstaltung für Studierenden an einer Universität zu suchen hat. Soll denn eine Universität Studierenden die Botschaft vermitteln, dass rechtswidriges Handeln eines Unternehmens bei ihrer Stellenauswahl keine Rolle spielen soll? Bedeutet denn „grenzenlos“ im Motto der Informationsveranstaltung, dass die Ethik keine Grenzen setzt?

Die historische Bedeutung des Lichthofs der Ludwig-Maximilians-Universität München wäre übrigens ein weiterer Grund, die Veranstaltungen sorgfältig auszuwählen, die dort stattfinden.  Das mutige Handeln der Widerstandskämpfer der Weißen Rose sollte uns immer noch zum ethischen Handeln verpflichten.

Meine Universität ist zudem eine öffentliche Einrichtung, was heißt, dass sie weitgehend über Steuergelder finanziert wird. Ich sehe nicht ein, dass die Steuerzahler sowohl für die Bekämpfung der Steuerhinterziehung zahlen sollen, wie auch für eine Universität, die ihren Absolventen eine Bank als Arbeitgeber empfiehlt, die zur Steuerhinterziehung anstiftet.

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Zur Internet-Nutzung in einer meinen Vorlesungen

April 12th, 2016

In meinen Vorlesungen verwende ich das soziale Medium Backstage, womit Quizze durchgeführt werden können, die Hörer sofort mitteilen können, wenn sie etwas nicht verstehen, und anonymisierte Daten über die Aktivität der Hörer gesammelt werden können. Backstage ist ein Ergebnis und ein Bestandteil eines Forschungsprojekt im Bereich Educational Technology.  Mit den gesammelten Daten werden so genannte Learning Analytics erstellt. Learning Analytics dienen dazu, das Lernen und das Lehren zu verbessern.

Gestern, am 11.4.2016, in der ersten Bachelor-Vorlesung zur „Programmierung und Modellierung mit Haskell“ musste ich die Nutzung von Backstage aufgeben, weil das Internet kollabiert ist, nachdem ich meinen Hörern erklärt hatte, wie sie sich in Backstage einloggen können.

Heute erfahre ich, warum das Internet während meiner Vorlesung kollabiert ist. Diesen Grund teile ich hiermit meinen Studenten mit.

Im Hörsaal B101 sind derzeit 4 Access Points vorhanden, die je 60 bis 70 Geräte bedienen können – also insgesamt 240 bis 280 Geräte.

Gestern waren über 600 Hörer im Hörsaal B101 (mit 631 Plätzen). Ich schätze, dass unter diesen Hörern mindestens 400  ein Laptop und mindestens 500 ein Smartphone dabei hatten. Es haben also gestern während meiner Vorlesung  vermutlich 500 bis 900 Geräte gleichzeitig versucht, das Internet zu verwenden – weit mehr als die 240 bis 280 Geräte, die von den Access Points dieses Hörsaals bedient werden können. 

Die Nutzung von beiden Geräten in der Vorlesung ist sinnvoll:  Mit dem Laptop kann man Backstage nutzen oder relevante Webseiten nachschlagen, wenn man etwas nicht versteht. Mit dem Smartphone kann man Fotos machen und so Lehrinhalte festhalten. Die sofortige Übertragung von Fotos in die Cloud (über Dropbox, Google Foto oder ähnliche Dienste und natürlich dem Internet) ermöglicht, ein in einer Vorlesung aufgenommenes Foto sofort auf das Laptop mit Annotationen zu ergänzen. 

Ich versuche nun zu erörtern, ob der Hörsaal schnell nachgerüstet werden kann, damit Backstage in meiner Vorlesung bald benutzt werden kann. Wenn nicht, dann wird wohl nichts anderes übrig bleiben, als zu Lehren und Lernen wie in Vor-Internet-Zeiten. Nicht nur die Hörer würden darunter leiden. Auch ein Forschungsprojekt meines Lehrstuhls wäre schwer getroffen…

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Das BND-Gelände in Pullach sollte ein Universitäts-Campus werden

April 1st, 2016

Wenn Bund und Land es mit der Bildung und der Forschung ernst meinen, wie sie immer wieder beteuern, dann sollte das BND-Gelände in Pullach nach dem Umzug des Bundesnachrichtendienstes nach Berlin ein Universitäts-Campus werden.

Der Bedarf insbesondere am Universitätsstandort München ist nicht groß, sondern gewaltig: Unter anderem die Ludwig-Maximilians-Universität platzt seit Jahrzehnten aus allen Nähten und die Studierendenzahlen steigern Jahr für Jahr weiter.

Pullach ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut erreichbar. Das BND-Gelände eignet sich sicherlich sehr gut für ein universitäts-Campus, wenn auch selbstverständlich umfassende Bauarbeiten nötig wären. Wegen der Nazi-Vergangenheit einiger Gebäude auf dem BND-Gelände wäre eine Umwidmung dieses Gelände in einen Universitäts-Campus besonders passend.

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Das Gefühl, fehl am Platz zu sein

Februar 14th, 2016

Wir kennen alle das komische Gefühl, Fehl am Platz zu sein. In einem Austausch erwidert man etwas, was man für vernünftig oder sogar offensichtlich hält. Unerwartet kommt der Austausch zum Stillstand. Man wird angeschaut, als ob man Dummes gesagt hätte.

Es ist mir neulich während eines Austausches über eine Umfrage zur Forschungszwecken von Studierenden zur Lehrevaluation passiert. Mein Vorschlag, die Fragebögen vom Dozent einzusammeln wurde mit der Bemerkung abgelehnt, der Dozent könnte die Fragebögen herausnehmen und vernichten, die zu kritisch seiner Lehre gegenüber sind.

„Wir sind aber alle Wissenschaftler und Beamte, mit einer solchen Fälschung ist folglich nicht zu rechnen“ habe ich gemeint und damit die oben beschriebenen Reaktion hervorgerufen.

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Wozu theoretische Informatik studieren?

Februar 14th, 2016

Eine häufige Kritik am Informatik-Studium ist die Last der theoretischen Informatik. „Wozu braucht man sie im Beruf?“ fragen sich viele Studierenden.

Ein ehemaliger Student hat mir gerade in einer email eine Antwort dazu geliefert:

gerade genieße ich meine (beschränkten) Kenntnisse in Automaten- und Komplexitäts-Theorie, die mir helfen, meinen Arbeitgeber sinnvoll davon zu überzeugen, warum man für die Lösung eines Problems sehr viel Geld sparen kann!

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Durchbruch: Eine künstliche intelligenz schlägt einen professionellen Go-Spieler

Januar 27th, 2016

Der Artikel „Mastering the game of Go with deep neural networks and tree search“ der morgigen Nature-Ausgabe (28.01.2016) berichtet über den Erfolg einer beim Google DeepMind entwickelten künstlichen Intelligenz, einen professionellen Go-Spieler zu schlagen:

The game of Go has long been viewed as the most challenging of classic games for artificial intelligence owing to its enormous search space and the difficulty of evaluating board positions and moves. Here we introduce a new approach to computer Go that uses ‘value networks’ to evaluate board positions and ‘policy networks’ to select moves. These deep neural networks are trained by a novel combination of supervised learning from human expert games, and reinforcement learning from games of self-play. Without any lookahead search, the neural networks play Go at the level of state-of-the-art Monte Carlo tree search programs that simulate thousands of random games of self-play.

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Schon gehört von Solu?

Oktober 17th, 2015

Schon gehört von Solu? Das könnte der PC der Zukunft sein.

Der Guardian berichtet über Solu im Artikel „Solu: the Finnish pocket computer that wants to take over the world„.

Das finnische Start-Up, welches Solu konzipiert hat, sammelt Mitteln auf und bietet an erste Solu-Computer auf Kickstarter: Solu: A new breed of computing.

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