MetropolItalia ist online

03. Februar 2012

MetropolItalia ist eine Spielplattform, die dazu dient die Entwicklung der italienischen Sprache wissenschaftlich zu untersuchen. Sie ging heute in einer Beta-Version online.

Jede und jeder kann mitspielen. Die einzige Voraussetzung ist die Beherrschung der italienischen Sprache unter anderem in ihren verschiedenen Dialekten. Also an die Arbeit: Nun heißt es Italienisch lernen!

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“Die Lehre ist hervorragend”

03. Februar 2012

In der letzten Ausgabe (Nummer 1, Jahr 2012) vom MUM, dem MünchnerUni Magazin lese ich auf Seite 2 im Artikel “Zur Sache – Doppleter Abiturjahrgang: Der ‘Ansturm’ blieb aus” vom Universitätspräsident, Prof. Dr. Bernd Huber: “Die Lehre an der LMU war und ist – auch trotz doppeltem Abiturjahrgang – hervorragend.“ Die Ankündigung freut mich und mach mich stolz um meine Hochschule.

Was mich auch sehr freut und stolz macht, ist dass die Qualität der Lehre und der Einfluss der höheren Anfängerzahlen  (wegen nicht nur des doppeltem Abiturjahrgangs, sondern auch des zuerst gekürzten, dann aufgehobenen Wehrdienstes) darauf untersucht worden sind … und dass die Ergebnisse dieser Untersuchung schon vor den Ergebnissen der Semestralprüfungen vorliegen.

Was die Lehre betrifft, ist eine Qualitätsprüfung gar nicht so einfach. Qualität in der Lehre kann eben verschieden gedeutet werden. Ein Qualitätsprüfung für die Lehre setzt Antworte auf viel Fragen voraus:

  • Was soll erreicht werden: Allgemeinbildung, berufliche Fertigkeiten oder welche Mischung von beiden?
  • Wie soll die Studium-Dauer auf die Qualitätsprüfung wirken?
  • Wie sollen Daten erhoben werden? Nur hochschulintern oder auch in Betrieben? Bei den betroffenen ehemaligen Studenten oder auch bei ihren Arbeitgeber?
  • Welcher Zeitraum ist nötig, um eine sinnvolle und aussagekräftige Qualitätsprüfung der Lehre durchzuführen?
  • Soll die Qualitätsprüfung durch hochschulangehörigen oder durch einer von der  Hochschlue unabhängigen Instanz durchgeführt werden?
  • usw.

Die Lehre an der LMU ist nicht nur trotz gestiegenen Studentenzahlen gut, sie ist hervorragend, erfährt man. Dies führt zu weiteren Fragen:

  • Ist die Lehre an der LMU im Vergleich mit Münchener Hochschulen, im Vergleich mit bayerischen Hochschulen, im Vergleich mit Hochschulen des deutschprachigem Raumes oder im weltweiten Vergleich hervorragend?
  • Wie und wann wurde der Vergleich durchgeführt?

Kurz gefaßt: Ich bin neugierig darauf, wie die Qualität der Lehre an unserer Universität untersucht wird.

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Tipp für Studenten: Kosten auch eines Erststudiums steuerlich geltend machen

03. Februar 2012

Rückwirkend zum 1.1.2011 hat die Bundesregierung den sogenannten Werbungskostenabzug für Studienkosten so eingeschränkt, dass Ausgaben für das Erststudium nicht mehr als Werbungskosten, sondern nur noch als Sonderausgaben geltend gemacht werden können. Somit wurde ein Urteil vom Bundesfinanzhof untergraben, welches den Werbungskostenabzug für Studienkosten auch für ein Erststudium als zulässig anerkannt hatte.

Es lohnt sich jedoch immer noch, meine ich, Belege über allerlei Kosten wegen eines Erststudium zu sammeln und trotz der oben erwähnten Entscheidung der Bundesregierung einen Werbungskostenabzug beim Finanzamt zu beantragen, sobald man burfstätig ist, Geld verdient und folglich auch Steuer zahlt. Erstens sind Gerichtsverfahren anhänglich, dessen Aussgänge nicht sicher sind. Zweitens ist der Webungskostenanbzug deswegen für ein Zweit- oder Ausbaustudium weil solche einer Berufsausübung dienlich sind. Aus meiner Sicht gibt zwei Gründe, warum in vielen Fälle ein Erststudium ebenfalls der Berufsausübung dienlich sind, was die Kosten dafür genauso wie für ein Zweit- oder Ausbaustudium:

  • Wer zum Beispiel Informatik im Erststudium studiert und schon als Informatiker Geld verdient hat, kann sehr wohl argumentieren dass sein Erststudium seinem Beruf dienlich ist. Das dürfte wohl kaum bestreitbar sein! Wer Informatik studiert kann relativ schnell eine kurze Einstellung als Informatiker bekommen.
  • Wer in einem Bachelor-Studiengang studiert, besucht einen Studiengang der “berufsqualkifzierend” ist. So haben es die Politiker entschieden (wenn auch ohne Berücksichtigung der Studieninhalten, was aber ein weiteres Thema ist). Was berufsqualifizierend ist, ist zwangsläufig der Ausübung des Berufes dienlich.

Beide Argumente können, meine ich, sehr wohl mit der ersten Steuererklärung aufgebracht werden, damit die Kosten eines Erststudium als Werbungskosten abgezogen werden. Dreierlie ist dafür nötig:

  • Eine präzise Erläuterung der Argumente, was wohl im Rahmen dessen liegen dürfte, was ein Student leisten kann. :-)
  • Belege für die Kosten des Studiums.
  • Eine Anstellung, worauf das Erststudium eindeutig vorbereitet hat. Wieso es so anzusehen ist, kann auch erläutert werden. Eine gute Erläuterung dürfte jeder Student schaffen können.

Das schwierigste ist also die Sammlung der Kostenbelege. Am einfachsten ist es, sie in ein Schuhkarton zu sammeln und jährlich zu sortieren und gegebenenfalls zu annotieren. Auch das dürfte jeder Student können, wenn vielleicht nicht so leicht wie das Verfassen einer Erläuterung. :-)

Lohnend kann es werden, wenn dadurch ein paar Hundert oder sogar Tausend Euro gespart werden. Ob es klappen wird, weiss man nicht. Steuersachen muss man aber wie vieles sportlich nehmen! :-)

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Zur Nützlichkeit von Hochschulräten

03. Februar 2012

Die Hochschulen sind in den letzten Jahren in Deutschland sehr verändert worden. Die Bologna-Reform ist nur die für alle sichtbare Seite dieser Veränderungen. Ziel dieser Veränderungen ist es, die Hochschulen nicht mehr wie Behörde zu führen und zu verwalten, sondern erfolgsorientierter wie Unternehmen der freien Wirtschaft, ohne dabei wirtschaftliche ziele zu verfolgen.

Um dieses Ziel zu erreichen sind Hochschulräte eingeführt worden, die ähnlich wie die Aufsichtsräte von Unternehmen arbeiten sollten. So stellt meine Universität, die Ludwig-Maximilians-Universität München ihren Hochschulrat in der Webseite “Der Hochschulrat der LMU München” vor:

Der Hochschulrat hat als zentrales Entscheidungsgremium die Funktion eines Aufsichtsrates. Das Gremium wählt sowohl die Präsidentin oder den Präsidenten als auch die Vizepräsidenten der Universität und kann über deren Abwahl entscheiden. Zudem beschließt er unter anderem über die Grundordnung, also das Grundgesetz der Universität.

Hochschulräte sind einigen Jahren nach ihrer Einführung sehr umstritten, weil – so die verbreitete Kritik – sie wenig nützliches leisten. Wegen dieser Andauernden Kritik haben vor einigen Tagen die Vorsitzenden deutscher Hochschulräte ein “Positionspapier” oder Erklärung veröffentlicht. Es handelt sich eigentlich um ein kleines Katalog von Best Practices, wie man in der Programmierung sagen würde, also Empfehlungen wie Hochschulräte gut arbeiten sollten.

Beim Lesen dieses Positionspapier steigt in mir das Unbehagen zum einen, weil darin einiges behauptet wird, ohne belegt zu werden, zum anderen weil es eine Sicht der Leitung und Verwaltung von Hochschulen vermittelt, die ziemlich weit weg von der raison d’être einer Hochschule, die Lehre und Forschung, ist.

Laut diesem Positionspapier sind Hochschulräte unabhängig. Was bedeutet es aber und wovon sind sie unabhängig? Offenbar sind sie unabhängig von den Bürger, Unternehmen, Studenten und Wissenschaftler, die an ihrer Auswahl nicht mitwirken. Sind sie auch unabhöängig von Regierungen und/oder Hochschulleitungen, die sie auswählen?

Laut diesem Positionspapier diesen die Hochschulräte zur Kontroll von Finanzen und Risiken in den Hochschulen. Was ist aber der Rahmen dafür? Er kommt mir noch schwammiger definiert als die Kreditbegrenzung in den Maastricht-Verträgen.

Das Positionspapier empfiehlt “individuelle Ziel- und Leistungsvereinbarungen” mit der Hochschulleitung zu vereinbaren. Das klingt gut aber lässt wichtige Fragen völlig unbeantwortet: Was soll passieren, wenn ein e Hochschulleitung vereinbarte Ziele deswegen nicht erfüllen kann, weil die Studentenzahlen plötzlich wachsen oder weil der Staat eine Haushaltssperre oder eine Abschaffung von Studiengebühren verhängt? Und was soll denn passieren, wenn auch ohne gute Gründe vereinbarte Ziele nicht eingehalten werden? Es ist eben nicht immer so, dass die meisten Kandidaten für einen Posten in einer Hochschulleitung auch die bestgeeignete dafür sind. All zu oft sind diejenigen, die am besten Lehre oder Forschung beeherrschen, die letzten, die sich um eine Stelle einer Hochschulleitung bemühen.

Mit einer Empfehlung bin ich ganz einverstanden:

“Hochschulräte sollten Rechenschaft über die Schwerpunkte ihrer Arbeit und Ergebnisse ablegen”

Aber bitte nicht nur gegenüber Regierungen und Landstagsausschüsse, wie im Positionspapier vorgeschlagen wird, sondern den Bürger gegenüber. Die breitest mögliche Öffentlichkeit über einen solchen Bericht kann ganz offensichtlich nur förderlich sein. Nur so können unter anderem Bürger und Unternehmen die Entwicklung einer Hochschule mitverfolgen und gegebenenfalls versuchen zu beeinflussen.

Das Positionspapier begegnet die Kritik mit einer Flucht nach vorne: Es fordert Entscheidungsbefugnisse für Hochschulräte. Ob dies aber zur besseren strategischen Orientierungen von Hochschulen beitragen könnte, wie im Positionspapier behauptet wird, ist aber offen.

In einem solchen Positionspapier fehlen völlig Empfehlungen, die unmittelbar die Lehre und Forschung betreffen, die konkret die verbreitete Problemen an Hochschulen begegnen: Überfüllen, Raummangel, schwankenden Finanzen, Überbelastung von Lehrern und Wissenschaftler, mangelnde Zeit, um Drittmittelanträge auszuarbeiten, usw. Best Practices von und für Hochschulräte, die sich zu solchen Fragen nicht äußern, belegen nur, was Hochschulräte derzeit sind: Ein Ansatz, der noch nicht ausgereift ist.

Übrigens bürgen die Hochschulräte für die Folgen ihrer Tätigkeit? Vermutlich gar nicht. Somit dürfte klar sein, was das Nutzen von Hochschulräte sein kann.

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Ohne Planung läuft nichts richtig

02. Februar 2012

Es ist eine sehr bekannte Weisheit: “Ohne Planung läuft nichts richtig.” Es gilt in der Familie, es gilt mit Freunden und es gilt auch am Arbeitsplatz. Wann ich Urlaub machen kann beeinflusst, wann meine Frau Urlaub machen möchte und dadurch wann einige ihrer Kollegen in drei der vier europäischen Städten Urlaub machen können.

Man könnte meinen, dass die Urlaubsplanung von Studenten und Hochschullehrer relativ leicht ist: Urlaub ist möglich genau dann, wenn keine Lehrveranstaltung stattfindet. Weit gefehlt! Der Urlaub von Studenten und Hochschullehrer hängt auch von Klausurtermine ab.

Die Klausurtermine hängen wiederum davon ab, wann Räume verfügbar sind, wo die Klausuren stattfinden kann. Dies wiederum hängt an meiner Universität davon ab, … Eigentlich wovon? Es hängt von Vielem neulich vom Bauarbeiten ab. So wissen am 1. Februar weder Studenten noch Lehrenden meiner Universität  immer noch nicht wann genau sie Im Sommer Urlaub machen können.

Die Hochschullehrer nehmen es aus zwei Gründen relativ locker hin.  Erstens haben sie längst gelernt, dass sie nur so ein Herzversagen vermeiden können. Zweitens sind sind am langen Hebel, was Klausuren angeht. Sind sie nicht verfügbar, so leiden sie nicht darunter.

Für die Studenten ist natürlich die Lage ganz anders Hat sich ein Student darauf verlassen, dass im Mitten des Sommers keine Klausur stattfinden wird und eine Urlaubsreise gebucht oder einen Job angenommen, dann kann es unangenehm werden.

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Badge Systems: Können sie in der Lehre nützlich sein?

02. Februar 2012

Auf immer mehr soziale Medien erwirbt der Nutzer “Badges” durch seine Teilnahme oder Mitwirkung auf dem Medium. Allzu oft ist es ziemlich albern: Man kommt sich wie ein Pfadfinder vor! Jedoch meine ich, dass eine solche Art von Spielifizierung  in der Lehre nützlich sein kann. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass eine passendes Medium verwendet wird.

Eigentlich gibt es sch in der traditionellen Lehre ein Badge System: Die Noten und Zeugnisse sind nichts anderes. Sie betreffen allerdings in der Regel nur Wissen oder Fertigkeiten, kaum die Arbeitsweise. Einem Informatik-Student wäre es gut den Hinweis zu geben, dass eine gewisse Anzahl an Programmierstunden,  das Erlernen einer weiteren Programmiersprache oder die Einarbeitung in Algorithmen der Netzwerkanalyse – um ein paar willkürlich ausgewählte Beispiele zu nennen –, dem Informatik-Studium gut dienen.

Eigentlich findet schon eine solche Rückmeldung in der traditionellen Lehre statt: Nichts anderes tut ein aufmerksamer Betreuer! Das Problem ist eben, dass eine solche traditionelle Lehre an Hochschulen kam noch stattfindet und wenn überhaupt erst im Master- oder Promotionsstudium.

Ein gut überlegtes Badge System wäre sicherlich kein perfekter Ersatz für einen aufmerksamer Betreuer. Es wäre besser als, was derzeit leider allzu oft Studienanfänger angeboten wird: Gar nichts. Es könne helfen, Studenten zur aktiveren Gestaltung ihres Studium zu verhelfen.

Eine Voraussetzung für die Einführung eines Badge Systems zur Rückmeldung an die Studenten ist allerdings ein computer-gestütztes Medium  – oder mehrere solche Medien –, die in der Lehre eingesetzt werden. Solche Medien, die sehr gute Dienste leisten können, werden seit einigen Jahren an einigen Hochschulen entwickelt und eingesetzt. Ich bin überzeugt, dass einer guter Konzeption und einen gut überlegten Einsatz vorausgesetzt solche Medien die Massenlehre an Hochschulen wesentlich verbessern können.

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“Mist!”

01. Februar 2012

Mist!” denke ich, als ich die folgende Mitteilung unserer Dekanatssekretärin lese:

Der Fakultätsrat unserer Fakultät hat in seiner Sitzung am 28. November 2011 die englische Bezeichnung “Faculty of Mathematics, Informatics and Statistics” beschlossen. Bitte verwenden Sie nur diese Bezeichnung. 

Die Bezeichnung “Faculty of Mathematics, Computer Science and Statistics” wie sie momentan noch in der corporate wording list der LMU steht ist nicht mehr gültig. Die Liste wird demnächst von der zuständigen Stelle der LMU aktualisiert.

Unser Institut heißt “Institut für Informatik“. Um die Kürzel IfI zu behalten und einen europäischen Brauch zu folgen, heißt es auf Englisch “Institut for Informatics“. Vor einiger Zeit versuchte die Universitätsleitung die denglische Bezeichnung “Department für Informatik” oder ”Department Informatik“. Nach zäher Verhandlungen kam es zu “”Department Institut für Informatik“. Nach ein paar Jahren dürften wir in der Bezeichnung das ungeliebte “Department” wegwerfen. Wohlbemerkt, das Institut für Informatik bleibt aber ein Department.

Die Bezeichnung unserer Fakultät ergibt sich aus den Bezeichnungen ihrer drei Departments: Mathematik, Informatik und Statistik. Die Statistik kann sicherlich kein Teil der Mathematik sein: Die Kulturen sind viel zu unterschiedlich. Die Reihenfolge, die eine interessante Kürzel ergibt, ist mehrfach bedingt. Die Reihenfolge Mathematik–Informatik–Statistik ist historisch bedingt: Zuerst gab es die Mathematik, dann die Informatik, letztlich die Statistik – nicht in der Welt sondern in unserer Fakultät, was wichtiger ist. Die Reihhenfolge Mathematik–Informatik–Statistik ist auch  durch die Größe der Departments bedingt: Vom größten bis zum kleinsten.

Die Kürzel hat einen nicht zu leugnenden Vorteil: Man kann sie sich gut merken – auf Deutsch sowie auf Englisch. Vermutlich gibt die englische Bedeutung gut wieder, was viele von der Arbeit unserer Fakultät halten: etwas Nebulöses. Ob die deutsche Bedeutung auf unsere Arbeit zutrifft, möchte ich lieber nicht zu lange überlegen.

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LinkedIn und der Datenschutz

31. Januar 2012

Ab und zu bekommen wir Post über Änderungen von Geschäftsbedingungen von Unternehmen. Es handelt sich in der Regel um lange Texte, die nicht ohne Fachwissen verstanden werden können. In der Regel vertraut man also die Bank, die Fluggesellschaft, etc., studiert die Änderungsmitteilung nicht und verlässt sich auf die Vernunft des Unternehmens und auf die soziale Kontrolle durch Gesetzgeber und Verbraucherschützer.

Mit sozialen Medien kann dieses – durchaus nachvollziehbare – Verhalten aber problematisch werden. Zum Glück bieten die sozialen Medien selbst den Schutz gegen leise angekündigten Änderungen von Geschäftsbedingungen.

Derzeit verbreitet sich auf LinkedIn die folgende Nachricht:

Without attracting too much publicity, LinkedIn has updated their privacy conditions. Without any action from your side, LinkedIn is now permitted to use your name and picture in any of their advertisements.

Some simple actions to be considered:

1. Place the cursor on your name at the top right corner of the screen. From the small
pull down menu that appears, select “settings”
2. Then click “Account” on the left/bottom
3. In the column next to Account, select the option “Manage Social Advertising”
4. Finally un-tick the box “LinkedIn may use my name and photo in social advertising”
5. and Save

How to inform your connections? Simple: Via Inbox>Compose message in Linkedin, you can send a message to 50 connections at once. All who will appreciate being informed.

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Wissenschaftler gegen Elsevier

31. Januar 2012

Das Verhältnis von Wissenschaftler und wissenschaftliche Verlage scheint zuerst einfach zu sein: Wissenschaftler liefern Verlage Material, womit die Verlage Geld verdienen können, und bekommen dafür die Infrastruktur zur Verbreitung ihrer Arbeit.

So einfach ist es aber nicht. Wie allzu oft, belastet der Umgang mit dem Geld das Verhältnis. Wissenschaftliche Verlage verlangen in der Regel immer mehr Geld für Leistungen, die immer weniger sind. Wenn vor dreizig Jahren die Verlage noch Artikel formatiert, die Wissenschaftler mit einfachen Schreibmaschinen geschrieben hatten, bekommen sie heute mehr oder weniger druckfertige Artikel. MNicht selten wird sogar die Überprüfung der Artikel von Wissenschaftler geleistet, die dafür nicht bezahlt werden. Dann müssen Bibliotheken enorme Beträge bezahlen, um wissenschaftliche Zeitungen zu erwerben. Um nur einen Artikel zu kaufemn, werden heute nicht selten dreizig Euro verlangt. Wohl bemerkt um einen Artikel über eine Arbeit zu lesen, die in der Regel aus Steuergelder finanziert wurde.

Ein besonders gut etablierter wissenschaftlicher Verlag, Elsevier, hat neulich Wissenschaftler besonders geärgert, weil der übertriebene Beträge für Zeitungen verlangt, weil er Universitätsbibliothek dazu zwingen möchte viele Zeitschriften oder keine zu erwerben und weil er die US-Gesetzentwürfe SOPA, Pipa und das Research Work Act unterstützt. Nun verbreiten Wissenschaftler eine Petition gegen Elsevier im Internet: The Cost of Knowledge – Researchers taking a stand against Elsevier.

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Wie viel Lufthansa ist drin, wenn Lufthansa darauf steht?

30. Januar 2012

Wie viel Lufthansa ist drin, wenn Lufthansa darauf steht?” frage ich mich. Für ein Arbeitstreffen in Barcelona habe ich bewusst Lufthansa-Hin- und Rück-Flüge gebucht, weil ich mit einigen anderen Fluggesellschaften in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht habe – Streiken mit Air France, Unpünktlichkeit mit Air Italia, usw.

Nun erfahre ich, dass mein Rückflug gestrichen ist. Der Grund ist die Insolvenz der Fluggesellschaft Spanair. In der Tat steht auf meinen Flug-Ticket, dass der Rückflug von Spainair betrieben ist. Die Lufthansa hat mich unproblematisch und schnell telefonisch auf den nächst möglichen Flug kostenlos umgebucht. Dieser Flug findet aber am nächsten Tag, so dass eine Hotel-Übernachtung nötig ist. Die zetiliche und finanzielle Belastung halten sie für meinen Arbeitgeber und mich in Grenzen. Sie sind nichts im Vergleich mit dem Verlust vom Arbeitsplatzt, die die Insolvenz der Spanair für so viele Menschen bedeutet.

Wenn ich am Telefon sowie am Lufthansa-Schalter frage, ob die Lufthansa die Hotelkosten übernimmt, wird auf den kleinen Vermerk auf mein Ticket  ”betrieben von Spanair” hingewiesen und die Übernahme de Hotel-Kosten geweigert. Ob dies rechtlich in Ordnung bezweifle ich, weil in dem Fall die Spanair lediglich ein Sub-Unternehmen der Lufthansa ist. Die Leistung habe ich ja bei der Lufthansa gekauft, nicht bei der Spanair. Auch wenn es rechtlich in Ordnung ist, sollte, meine ich, die Lufthansa ihre Kunden nicht dadurch in die Irre führen, dass sie Leistungen unter ihren Namen verkauft, für dessen Ausfallen sie nicht bürgt. Glaubwürdigkeit und Zuverläßigkeit sind eben für eine Fluggesellschaft die Erfolgsgrundlage.

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Die Programmierung lehren

27. Januar 2012

Es gibt verschiedene Ansätze, die Programmierung zu lehren. Bei uns am Institut für Informatik der Ludwig-Maximilians-Universität München wird derzeit im ersten Semester in die imperative und objekt-orientierte Programmierung mit Java und im zweiten Semester in die funktionale Programmierung mit SML eingeführt. Anschließend nimmt ein Teil der Studenten an einem Software-Entwicklungspraktikum teil.

Früher hat man ähnliche Lehrveranstaltungen in einer anderen Reihenfolge angeboten: Im ersten Semester eine Einführung in die funktionale Programmierung mit SML, im zweiten Semester eine Einführung in die imperative und objekt-orientierte Programmierung mit Java, dann ein Programmierpraktikum. (Ob unser derzeitiges Software-Entwicklungspraktikum etwas anderes ist als ein Programmierpraktikum ist übrigens fraglich.)

Für die derzeitige Reihenfolge – zuerst Java dann SML – spricht der Praxis-Bezug: Java ist derzeit eine unumgängliche Programmiersprache in der beruflichen Praxis. Für die frühere Reihenfolge – zuerst SML dann Java – sprechen zwei Argumente: Erstens werden erfahrungsgemäß allgemeine Prinzipien der Programmierung besser mit einer modernen funktionale Programmiersprache besser als mit einer industriellen Programmiersprache beigebracht; zweitens kennt kaum ein Anfänger SML oder eine ähnliche Programmiersprache, so dass alle Anfänger gleichgestellt werden. Letzteres ist auch für die Studenten förderlich, die bereits programmiert haben, weil sie neben einer wertvollen Erfahrung meist ziemlich falsche Vorstellungen sowohl der Programmierung im Allgemeinen wie auch der eigenen Programmierfähigkeiten haben.

An Java zur Vermittlung von Programmierprinzipien stört der Umfang und die Kompliziertheit der Sprache: Um ein Java-Programm ganz zu verstehen – nicht nur zu kopieren –, das nur “Hallo World!” anzeigt, sind schon viele Stunden nötig.

An unseren Einführungen in die Programmierung stört mich, dass die meisten Studenten die Prinzipien der Programmierung und die Merkmale der verschiedenen Programmierparadigma nicht ausreichend verinnerlichen. Fragt man zum Beispiel nach dem wesentlichen Unterchied zwischen Funktions- oder Prozeduraufruf einerseits und Nachrichtenweitergabe andererseits stehen die meisten unserer Studenten auf dem Schlauch. An unseren Einführungen in die Programmierung stört mich auch, dass kaum einer unserer Studenten einen guten Überblick über die ganze Bandbreite der Programmierparadigmen erhält.

Ein Alternativansatz könnte darin liegen, dass die Einführung in die Programmierung an Hand von so genannten Mini-Programmierpsrachen oder Mini-Sprachenstattfindet. Der Artikel “Mini-languages: A Way to Learn Programming Principles” von Peter Brusilovsky, Eduardo Calabrese, Jozef Hvorecky, Anatoly Kouchnirenko und Philip Miller (erschienen in der Zeitschrift “Information Technologies “, Band 2, Nummer 1, Seiten 65-83) führt in die Mini-Programmiersprachen ein und bespricht ihre Vorteile für die Lehre.

Die Einführung in die Programmierung mit Mini-Programmiersprachen dürfte ermöglichen, mit dem selben Arbeits- und Zeitaufwand in mehr als zwei Programmiersprachen und Programmierparadigmen einzuführen. Dies wäre wichtig in einer Zeit eines extrem schnellen technischen Wandels: Wer weiss denn, ob eine Programmiersprache nach einem bisher wenig verbreiteten Programmierparadigma in wenigen Jahren nicht für alle Informatiker nicht ein Muss werden wird?

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Eine Nichtregierungsorganisation mischt in der weltweiten Schulbildung mit

26. Januar 2012

Innovation for Learning, kurz IFL, ist eine Nichtregierungsorganisation aus den USA, die in der weltweiten Schulbildung mitmischen möchte. IFL setzt auf online Lehrmedien und setzt ein soziales Medium, um freiwillige Tutoren und Schüler zusammen zu bringen. Das Lehrmaterial umfasst interaktive Lehr- und Übungsbücher und ein Managementssystem für Klassen und Schulen.   IFL fokussiert derzeit auf das zweite Kindergartenjahr, in den USA K2 genannt, was mehr oder weniger die erste Klasse in deutschsprachigen Länder entspricht, also das Jahr in dem Kinder lesen, schreiben und rechnen lernen. IFL zielt auf Bildungsbenachteiligten sowohl in den USA und in Drittweltländer. IFL wird von der Universität Stanford unterstützt.

Die Bildung hat die selbe soziale und politische Relevanz wie in Europa vor einigen hundert Jahren die Religion. Die Bildung ist ein Vektor nicht nur von wirtschaftlichen Entwicklung und Wohlstand, sondern auch von Demokratie und Frieden – oder auch ein Mittel zur Befestigung einer politischen Macht.

Ich gehe davon aus, dass auch in Europa die politische Relevanz von Lehrangebote wie IFL anbietet erkannt werden wird – unter anderem als eine Verantwortung von Hochschulen von weltweiten Niveau, die sich auch im eigenen Land um Bildungsbenachteiligten sorgen. Das Experimentieren mit und die Entwicklung von sozialen Medien für die Lehre und von online Lehrwerkzeuge ist nicht nur ein Forschungsthema, sondern auch eine Perspektive für die Lehre – auch für die Hochschullehre.

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Ein Jahr Suche

25. Januar 2012

Die Suchanfragen des vergangenen Kalenderjahr zu “erlebt” geführt haben, verteilen sich wie folgt auf die verschiedenen Suchmaschinen. Die Dominanz der einen Suchmaschinen ist beeindruckend.

Google Search 4,369
Bing 50
Google Mobile 26
t-online.de 21
Google Image Search 20
Yahoo Search 13
search.babylon.com 8
Conduit.com Search 7
Ask.com 7
search-results.com 3
icq.com 2
search.softonic.com 1
aolsvc.de 1
sweetim.com 1
AOL 1

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Daten zur Qualitätsentwicklung an Hochschulen?

25. Januar 2012

Der Bundesregierung liegen keine Daten zur Qualitätsentwicklung an Hochschulen vor, die sich monokausal auf die Einführung von Studiengebühren zurückführen ließen.

So die Antwort des Bundesbildungsministeriums auf die folgende Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion:

Welche messbaren Qualitätsverbesserungen sind an den Hochschulen [...] durch die Einführung von Studiengebühren eingetreten?

Darüber berichtet heute der Spiegel im Artikel “Ratloses Bildungsministerium – Nützen Studiengebühren? Keine Ahnung“.

In den Hochschulen weiss es man es auch nicht viel besser. Hier und da wird zweifelsohne Nützliches aus den Studiengebühren bezahlt. Der Anteil und die Qualität davon ist niemandem bekannt. Eine Einschätzung davon wird auch wohl kaum angestrebt und Daten darüber werden wenig veröffentlicht.

Bildungspolitische Entscheidungen sind eben alternativlos, weil nach Alternativen nicht gesucht wird und weil Messungen ihrer positiven und negativen Wirkungen nicht ernsthaft angestrebt werden. Die Bildungspolitik ist wie die Mode: Mal lang, mal kurz; mal bunt, mal eintönig; und immer nur für eine Saison. Im Gegenteil zur Mode ist sie aber selten schön. Leider.

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“Let’s our kids to code. All of them”

25. Januar 2012

Der Artikel “Coding for Success” vom 23.1.2012 von Andy Young in The Kernel ist ein leidenschaftliches und überzeugendes Plädoyer für die Einführung der Programmierung schon in die Grundschulen.

Der folgende Ausschnitt aus diesem Artikel gefällt mir besonders:

Learning to code is learning to use logic and reason, and express your intent in a consistent, understandable, repeatable way. Learning to code is learning to get under the skin of a problem and reduce it to it’s simplest form. Learning to code is learning to harness power external to yourself and provide instructions to realise your ideas – whether that be directly to a computer, to delegate to one or more professional programmers or even a human team that work for and with you in any dicipline. Learning to code is ultimately a fantastic way to gain a multitude of transferrable skills.

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Kann der Staat Eliteuniversitäten schaffen?

25. Januar 2012

Neulich hat der bayerische Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch in einer Interview der Zeit, “Für keine Eliteuni eine rote Karte – Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch über den Elitewettbewerb und die Zeit danach” die Meinung geäußert, dass die bereits als Eliteuniversitäten erkannten Hochschulen und folglich bereits mit Fördermittel der Exzellenzinitiative geförderten  in der nächsten Runde der Exzellenzinitiative sollen nicht leer ausgehen.

Der Minister meint: ”Es darf hier nicht um die Verteilung von Geldern nach Gutsherrenart gehen” und “die Exzellenzuniversitäten hatten im Grunde nur wenig Zeit, ihre Projekte umzusetzen. Dass die Politik sich angesichts der beträchtlichen Investitionen nun hinsetzt und sagt: „Du jetzt nicht mehr!“, das kann ich mir nicht vorstellen.

Im Interview geht es wenig darum, was eine Eliteuniversität ist und wie man eine solche schaffen kann. Es geht um Verteilung von Fördergelder vom Bund zwischen den Ländern – Berlin soll nach dem bayerischen Minister viel bekommen und er erhebt den Anspruch, dass sein Bundesland – eigentlich die Münchner Hochschulen – ebenfalls gefördert wird. Es ist sicherlich nichts dagegen einzuwenden, dass ein Landesminister im föderalen Deutschland sich um Gelder vom Bund für sein Land bemüht.

Ob dies aber zur Schaffung von Eliteuniversitäten führen mag, erscheint mir sehr fraglich. Eine Eliteuniversität kann weder vom Staat noch von einer Expertenkommission geschaffen werden. Es ist auch höchst fraglich, ob die Exzellenzinitiative zur Schaffung von Eliteuniversitäten führen kann. Dazu gehört mehr als das Gießen von ein bisschen mehr Fördermittel an ausgewählte Hochschulen.

Die Schaffung einer Eliteuniversitäte verlangt viel mehr Zeit als die knappe zwei Jahrzehnte der Exzellenzinitiative, einen auf das weltweite Hochschulumfeld gerichtete Blick und … eine sehr große Zurückhaltung vom Staat übrigens ganz im Sinne des politischen Liberalismus, den der bayerische Wissenschaftsminister vertritt. Eine Hochschule, die wie eine Behörde geführt wird, wird wohl kaum eine Eliteuniversität nach weltweitem Standard sein.

Weder der Staat noch irgend ein Hochschul-Ranking bestimmt die Eliteuniversitäten, sondern die gesamte Gesellschaft: Die Schüler, die eine Hochschule unter vielen auswählen, die Arbeitgeber, die Absolventen einer Hochschule vorziehe, die Unternehmen, die mit Wissenschaftlern aus einer Hochschule besonders gerne zusammenarbeiten. Nach einem Jahrzehnt Exzellenzinitiative in Deutschland stehen wir für solche Auswahlen nicht viel besser als zuvor: Verlässliche und verständliche Daten über die Leistungen von Hochschulen – etwa Studiendauer, Erfolgsquoten, usw. – sind nach wie vor den interessierten Bürger kaum zugänglich.

Der Statt kann sicherlich Eliteuniversitäten schaffen aber er sollte sich davor hüten, sie ernennen zu wollen. Und: Ohne Transparenz keine Exzellenz!

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Der LMU-Student als Faultier

24. Januar 2012

Heute stellt die Süddeutsche Zeitung in ihrer heutigen Gewissensfrage den LMU-Student als Faultier dar. Offenbar tut Öffentlichkeitsarbeit not!

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Das Semantic Web einfach erläutert

24. Januar 2012

Das Unternehmen Metaweb beschreibt im folgenden Video, was es entwickelt und bietet: Nichts anderes als eine Umsetzung der Vision “Semantic Web”.

Metaweb wurde übrigens im Juli 2010 von Google gekauft. Google möchte damit die Suche verbessern – siehe “Deeper understanding with Metaweb“.

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Gedanken über Bildungsreformen

24. Januar 2012

Ob eine Reform   – im Bildungsbereich oder sonst wo  – erfolgreich ist, dürfte ein wichtiger Indikator für zukünftige Reformen sein. Im Bildungsbereich hat man den Eindruck, dass dies nicht gilt. Auf mich wirken Bildungsreformen eher ideologisch als wissenschaftlich bestimmt. Wissenschaftliche Argumente werden wohl immer zur Begründung einer Bildungsreform gezogen. Nachgewiesene und nachvollziehbare Messungen liegen in der Regel nicht vor.

So war es bei der Bologna-Reform: Was sind die Belege dafür, dass Studenten im Fach X besser schneller und kürzer ausgebildet werden? Für mein Fach, die Informatik, habe ich solche Belege bisher nicht gesehen. Was sind die Belege dafür, dass ein Bachelor-Studiengang berufsqualifizierend ist? Dies ist eine Vorgabe, die lediglich durch eine dementsprechende Aussage im die Studien- und Prüfungsordnung “verwirklicht” wurde.

Die Bildung ist in einem modernen Staat von sehr großer politischer Relevanz. Sie wurde deswegen immer politisch instrumentalisiert – in der Vergangenheit in Deutschland und in Frankreich zum Beispiel, um den Krieg gegen das Nachbarland vorzubereiten. Die Bildung wurde auch für gute Zwecke instrumentalisiert – etwa für die Bekämpfung des politischen Extremismus.

Gegen eine Bildung mit politischen Zielen ist prinzipiell nichts einzuwenden. Die Debatte über diese Ziele lässt aber derzeit in Europa an Wünschen übrig. Ebenfalls das Messen der Wirkung von Bildungsreformen lässt zu wünschen übrig. Muss es so bleiben? Sicherlich nicht. Mit dem Internet hat eine Demokratie wie nie zuvor über die Mittel verfügt, um schwierige politische Themen wie die Bildung zu besprechen.

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Programmierung lernen und lehren

23. Januar 2012

Wert gut programmieren kann beherrscht noch lange nicht, was ein Informatiker können sollte. Wer aber nicht gut programmieren kann wird wohl nie als Informatiker Erfolg haben können. Ich zweifle, dass die Programmierung bei uns und in vielen weiteren Studiengängen in Informatik oder mit Informastik-Bezug gut genug gelernt wird. Ich frage mich, welche Lehrformen geeignet wären, die Programmierung Studenten besser beizubringen.

Sie wird derzeit meist wie folgt beigebracht. Zuerst werden die Konzepte von einem, zwei oder drei  Programmierparadigmen (objekt-orientiert, imperativ, funktional) in Vorlesungen beigebracht, die mit Übungen ergänzt werden, damit die Studenten das Erlernte selbst üben können. Anschließend  wird eine größere Programmieraufgabe in einem Programmierpraktikum meist in Teams erledigt. Leider allzu oft stellt man fest, dass einige Studenten zu wenig Ahnung von der Programmierung haben.

  • Liegt das an der Lehrformen, die ein passives Mitmachen geradezu fördern?
  • Wäre es nicht sinnvoll, statt einem selben Programmieraufgabe hundert oder mehr Studenten in einem Programmierpraktikum zu geben, von den Studenten selbst zu erwarten, dass sie ihr Programmier-Projekt selbst definieren?
  • Wäre es vielleicht dem Ziel gerechter, wenn zuerst programmiert wurde und anschließend die Programmierparadigma eingeführt wurden?

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